Fettleibigkeit

Nur noch wenige Deutsche sind normalgewichtig

Alarmierende Entwicklung: Immer mehr Menschen in Deutschland neigen zur Fettleibigkeit und immer weniger weisen ein Normalgewicht auf. Auch die Zahl der fettleibigen Kinder hat sich fast verdoppelt.

Nur noch eine Minderheit der Menschen in Deutschland ist normalgewichtig. Vor allem bei Erwachsenen sei die Chance gering, Fettleibigkeit in den Griff zu bekommen, hieß es gestern bei der 27. Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) in Bochum.

Nur zehn Prozent der Betroffenen hielten nach Therapien langfristig ein geringeres Gewicht. Die Chance bei Kindern liege mit 50 Prozent deutlich höher.

Die Zahlen seien aber auch bei Kindern alarmierend, sagte Prof. Thomas Reinehr von der Kinder- und Jugendklinik Datteln. Die Zahl fettleibiger Kinder habe sich in den vergangenen zehn Jahren auf mehr als sechs Prozent verdoppelt. Insgesamt wiege mindestens jedes achte Kind zu viel. Einen Gewichtsschub erlebten Erwachsene vor allem zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr. Das Gewicht gehe dann um durchschnittlich 15 Kilo nach oben, sagte DAG-Präsident Professor Hans Hauner. Etwa 60 Prozent der Männer seien zu dick oder gar fettleibig, bei den Frauen sei es etwa die Hälfte.

Den Zahlen nach liege Deutschland in Europa im oberen Viertel, sagte Hauner. In Skandinavien sei die Situation besser, im Süden schlechter. In Dänemark gebe es seit Kurzem eine Fettsteuer, in Deutschland dagegen tue sich der Staat schon mit der Lebensmittelkennzeichnung schwer, kritisierte der Ernährungsmediziner.