Neues Android-Handy

Samsungs Nexus greift Apples iPhone an

Außen ein großer Bildschirm mit hoher Auflösung, innen die neue Android-Version "Ice Cream Sandwich": Mit dieser Kombination wollen Google und Samsung den hart umkämpften Smartphone-Markt aufmischen.

Google und Samsung wollen den hart umkämpften Smartphone-Markt zurückerobern. In der Nacht zu Mittwoch stellten der Internetkonzern und der Handyhersteller gemeinsam das Smartphone Galaxy Nexus in Hongkong vor. Das Gerät verfügt als erstes über das Betriebssystem Android mit der Versionsnummer 4.0. Sein Beiname: "Ice Cream Sandwich", zu deutsch: Eiswaffel-Sandwich. Die Neuerungen richten sich vor allem gegen Apples mobiles Betriebssystem iOS5.

Das Galaxy Nexus hat einen großen Bildschirm mit einer Bildschirmdiagonalen von 4,65 Zoll (11,8 cm) sowie einen schnellen Doppelkern-Prozessor. Android 4.0 sei speziell auf die hohe Bildschirm-Auflösung des Galaxy Nexus von 1280 mal 720 Bildpunkten zugeschnitten worden, hieß es.

Android 4.0 verbessert unter anderem den Umgang mit diversen Google-Diensten, hat aber auch ganz neue Funktionen. So können Besitzer von Smartphones mit NFC-Funktechnik sehr einfach Dateien miteinander austauschen.

„Face Unlock“ heißt die Sicherheitsfunktion, bei der das Telefon mit Hilfe seiner Kamera prüft, ob es tatsächlich von seinem Besitzer gehalten wird und sich erst dann entsperrt. Allerdings funktionierte das Entsperren mit dem eigenen Gesicht bei der Demonstration auf der Bühne nicht reibungslos.

Motorola schickt neue Razr-Version ins Rennen

Bereits am Dienstagabend schickte der US-Konzern Motorola sein neues Spitzen-Smartphone mit Android ins Rennen und ließ dafür auch den bewährten Markennamen Razr aufleben. Das Droid Razr hat einen Doppelkern-Prozessor und verbindet sich über den schnellen Mobilfunk-Standard LTE mit dem Internet.

Es läuft allerdings nicht mit „Eiswaffel“-Android, sondern der Vorgängerversion. Unter dem Namen Razr hatte Motorola vor einigen Jahren mit großem Erfolg Klapphandys verkauft.

Apple mit enttäuschenden iPhone-Verkaufszahlen

In den vergangenen Tagen beherrschte Apple mit dem starken Start seines neuen iPhone 4S die Nachrichten aus der Smartphone-Welt. Apple brachte das Telefon mit neuen Funktionen dem „persönlichen Assistenten“ Siri heraus, mit dem sich der Nutzer unterhalten kann.

Allerdings kämpft Apple mit einer unerwartet schwachen Geschäftsbilanz. Das sonst für sein rasantes Wachstum berühmte Unternehmen enttäuschte am Dienstag vor allem mit überraschend geringen iPhone-Verkäufen. Der größte Umsatzbringer des Unternehmens verkaufte sich kurz vor dem Modellwechsel 17 Millionen mal, während Branchenexperten 20 Millionen erwartet hatten. Daher kletterte der Umsatz auf lediglich 28,3 Milliarden Dollar. Die Aktien des wertvollsten Technologiekonzerns der Welt stürzten nach Bekanntgabe der Zahlen im nachbörslichen Handel um fünf Prozent ab.

Apple erklärte, die iPhone-Verkäufe hätten den Erwartungen des Konzerns entsprochen. Besonders im September hätten jedoch viele Kunden erst die Vorstellung des neuen Modells 4S abwarten wollen. Ein starker Anstieg der Mac-Computerverkäufe um 27 Prozent auf 4,9 Millionen Geräte konnte die Flaute beim iPhone nicht wettmachen. Zudem verkaufte der Konzern 11,1 Millionen iPads. Dadurch belief sich der Nettogewinn auf 6,6 Milliarden Dollar – auch hier blieb Apple deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

iPhone 4S soll viertes Quartal retten

Die Hoffnungen bei Apple ruhen nun auf dem neuen iPhone 4S. Das Smartphone wurde in den ersten drei Tagen vier Millionen Mal verkauft und übertraf so die Bestmarke des Vorgängers um das doppelte. Einige Analysten rechnen damit, dass Apple im vierten Quartal bei den Lieferungen die Marke von 30 Millionen knackt. Das wären doppelt so viel wie vor einem Jahr. Zunächst hatten Experten enttäuscht auf die Präsentation des 4S reagiert.

Der Smartphone-Markt wird inzwischen von Android beherrscht, auf das mehrere Hersteller zugreifen. Wettbewerber wie Apple und Microsoft greifen die Partner der Plattform aber mit Patentklagen an.