Neue Drucktechnik

Schmetterlinge machen Geldscheine fälschungssicher

Physikern ist es gelungen, das Schillern von Schmetterlingsflügeln nachzubauen. Die Technik könnte Geldfälscher bald zur Verzweiflung treiben.

Foto: picture-alliance / © Balance/Pho / pa

Forschern aus Cambridge ist es gelungen, das Schillern von Schmetterlingsflügeln auf eine schnöde Plastikoberfläche zu zaubern. Mit dieser Technik könne man Geldscheine und Ausweise vor Fälschern schützen, versprechen die Physiker.

Grundlage ihrer Entdeckung war die Erkenntnis, dass es eigentlich keine besonderen Farben sind, welche die Schmetterlinge zum Leuchten bringen. Stattdessen sind es winzige Strukturen auf den Flügeln, die die Forscher um den Physiker Mathias Kolle unterm Mikroskop entzaubert haben. Das Prinzip bauten sie dann im Labor nach.

Sie schichteten winzige Titan- und Aluminiummoleküle aufeinander und ließen sie sich nach nanotechnischen Prinzipien selber organisieren. Das Ergebnis war ein künstlicher bunter Schmetterlingsflügel, der fast so glanzvoll schillerte wie der echte.

„Eine kleine Design-Variante reicht – und man kann ein wunderbares Farbenspiel erreichen“, sagt Kolle, „viel schillernder, als das mit herkömmlichen Hologrammen möglich ist“.

Zwar müsse man an Details noch feilen, aber künftig könne man die Schmetterlingsflügel-Strukturen auch auf Pässen oder Pfund-Scheinen sehen. Denkbar seien auch neue Lackvarianten. Mit der Schillerflügel-Methode ließen sich aber auch Informationen verschlüsseln.

“Was für uns grün aussieht, sehen die Schmetterlinge blau“, sagt Kolle, „so erkennen sie vermutlich Artgenossen, die vor Räubern mit ihren grün-schillernden Flügeln im tiefgrünen Blättergewirr des Regenwaldes perfekt getarnt sind.“ Nach diesem Prinzip ließen sich Farbcodierungen herstellen, die Grün in Blau verwandeln und umgekehrt. der Tropen der Tarnung dienen.

Die Cambridge-Physiker empfehlen, die Farbpalette der Insekten besser zu untersuchen – und Ideen zu sammeln, wo sie außerdem noch unsere Leben bunter machen könne.