Physik

Wie Bier auch ohne Kühlschrank kühl wird

Selbstkühlende Bierfässer sind eine praktische Erfindung. Ihr Geheimnis: Mineralien kühlen das Bier durch Verdampfungskälte.

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Man benötigt keinen Kühlschrank , keine Badewanne mit Eiswürfeln, keinen Stromanschluss – bei selbstkühlenden Bierfässern muss man lediglich ein Ventil betätigen, und schon fließt der Gerstensaft gut eine halbe Stunde später mit angenehmer Trinktemperatur durch den Zapfhahn.

Das Geheimnis dieser Kühltechnik heißt Zeolithe. Das sind Mineralien aus Aluminium- und Siliziumoxid , die große Mengen Wasser aufsaugen und speichern können. Dafür sorgen die vielen mikroskopischen Hohlräume in den Zeolithen. Ein Gramm dieser Mineralien verfügt über eine innere Oberfläche von 1000 Quadratmetern.

Fünf Kilogramm Zeolith können rund einen Liter Wasser speichern. Diesen Hunger auf Wasser macht man sich zum Kühlen der Bierfässer zunutze.

Das eigentliche Bierbehältniss ist von einer wassergetränkten Schicht umgeben. Diese steht zunächst nicht in Kontakt zu einer Hülle aus staubtrockenen Zeolithen, die sich weiter außen befindet. Das Ventil zum Starten der Kühlung stellt jedoch eine Verbindung zwischen dem fast luftleeren Bereich der Zeolithe und der „feuchten Wickel“ um das Bier her. Schlagartig verdampft das Wasser und wird in den Zeolithen eingelagert.

Dabei entsteht Verdampfungskälte, die letztlich das Bier kühlt. Durch das Speichern des Wassers im Zeolith wird immer weiter Wasser verdampft und die Kühlwirkung solange aufrechterhalten, bis das gesamte Wasser im Zeolith gebunden ist.

Beim Einlagern des Wassers im Zeolith wird dort wiederum Wärme freigesetzt, die über die Metallhülle des Bierfasses abgegeben wird. Lassen Sie sich also nicht davon irritieren, dass das selbstkühlende Bierfass außen warm wird: Je wärmer das Fass außen, umso kühler ist das Bier in seinem Inneren. Prost!