Mädchen haben einen deutlich feineren Geschmackssinn als Jungen. Das zeigt die weltweit größte Studie zum Geschmacksempfinden bei Kindern. Demnach ist bei jungen die Fähigkeit zum Differenzieren von Lebensmitteln bei Saurem um etwa zehn Prozent und bei Süßem sogar um 20 Prozent schwächer ausgeprägt als bei Mädchen.


Die größere Sensibilität der Mädchen basiert demnach nicht auf der Zahl der Geschmacksknospen im Mundraum, sondern vermutlich auf der Signalverarbeitung im Gehirn. Die Studie zeigt, dass sich der Geschmackssinn bei Kindern mit steigendem Alter verfeinert. Vor allem mit 13 bis 14 Jahren erkennen die Kinder saure Geschmäcker deutlich besser, gleichzeitig lässt die Schwäche für Süßigkeiten nach.


Aber gerade der Hang von Kindern zu Süßigkeiten wird der Studie zufolge überschätzt. In einem Blindtest bewerteten 30 Prozent der Schüler jene Getränke als besonders schmackhaft, die keinen Zucker enthielten. Allerdings stieg bei fast der Hälfte der Schüler die Bewertung der Produkte mit deren Zuckergehalt. Dies betraf vor allem die Jungen.


Generell bevorzugten diese eher extrem süß und extrem saure Geschmacksrichtungen, während die Mädchen die milden Varianten mochten.

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