Forschung

Gefährliche Keime lauern in Plastikduschköpfen

Duschköpfe sind ein Paradies für Bakterien: In ihnen ist es dunkel, feucht und warm. Wissenschaftler haben dieses Biotop nun genauer untersucht und berichten, auf welche Bakterien und Keime sie in Duschköpfen aus Hotels, Appartments und öffentlichen Gebäuden gestoßen sind.

Foto: picture-alliance/ dpa / dpa

Wissenschaftler der Universität von Colorado berichten in der Zeitschrift „PNAS", auf welche Bakterien und Keime sie in 45 Duschköpfen aus Hotels, Appartments und öffentlichen Gebäuden in New York, Chicago, Denver und anderen amerikanischen Städten gestoßen sind.


Die Forscher testeten nicht nur mit normalen Abstrichen aus den Duschköpfen, welche Keime in den Biofilmen der Brause wuchern; sie überprüften auch die genetische Identität der Keime.

Bei den Untersuchungen fanden die Wissenschaftler ein ziemliches Sammelsurium an Keimen. Die meisten waren ungefährlich, aber in einigen Proben tauchte ein Bakterium mit dem Namen "Mycobacterium avium" auf – und zwar in 100fach höherer Konzentration als im Wasser, das der Dusche zugeführt wurde. Daraus folgte der Schluss, dass sich die Keime bereits im Duschkopf eingenistet hätten.

Der gefundene Erreger kann Lungenentzündungen auslösen. Besondere Sorgen macht den Forschern, dass er beim Duschen, bei dem das Wasser in winzige Tröpfchen zerstäubt wird, leicht eingeatmet werden kann. Vor allem für Menschen, die gesundheitlich geschwächt sind, wird er so zum unsichtbaren Risiko.

„Möglicherweise sind die Biofilme in Duschköpfen keine wirklich schlimme Gefahr“, sagte Studienleiter Norman Pace zwar; für den Einzelnen könnten sie aber das Risiko einer Infektion bergen. Allerdings fanden die Forscher auch etwas Beruhigendes heraus: Allein durch die Wahl des Duschkopfes kann das Risiko bereits verringert werden. Denn Duschköpfe aus Metall sind offenbar ein unwirtlicherer Lebensraum als Exemplare aus Plastik.