Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der in Afrika lebenden Menschen von heute 965 Millionen Menschen auf rund zwei Milliarden mehr als verdoppeln. Anlässlich des Weltbevölkerungstags wies die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung in Hannover darauf hin, dass jedes Jahr auf der Erde 78 Millionen Menschen mehr leben. Heute sind es rund 6,7 Milliarden. Bis zum Jahr 2050 werden es rund 9,2 Milliarden sein.

„Das Bevölkerungswachstum findet zukünftig ausschließlich in den Entwicklungsländern statt“, erklärte Stiftungsgeschäftsführer Jörg Maas. Während in den Industrieländern die Zahl der Menschen bei etwa 1,25 Milliarden stagniere, werde die Bevölkerung in den Entwicklungsländern bis 2050 von 5,45 auf 7,95 Milliarden wachsen. Besonders hoch ist das Wachstumspotenzial in Afrika.

Bereits im kommenden Jahr wird es auf der Erde erstmals mehr Städter als Landbewohner geben. Laut UN dürfte die Zahl der Städter im kommenden Jahr bei 3,3 Milliarden oder etwas über 50 Prozent der Weltbevölkerung liegen - ein historischer Rekord. Noch steiler soll die Kurve danach hochschnellen, die Urbanisierung setzt sich unvermindert fort: Bis 2030 werden fünf Milliarden Stadtbewohner erwartet.

Vor allem in Afrika und Asien wachsen die Städte, bei gleichzeitigem Rückgang der Landbevölkerung. Dort wird sich laut UN die städtische Bevölkerung bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2000 teilweise verdoppeln. In Asien dürfte der Anteil der Städter in diesem Zeitraum von derzeit 1,36 auf dann 2,64 Milliarden ansteigen, in Afrika von 294 auf 742 Millionen und in Lateinamerika sowie der Karibik von 394 auf 609 Millionen Menschen. Von den 22 für das Jahr 2015 vorhergesagten Megacitys auf der Erde werden 17 in Entwicklungsländern sein als Megacity gilt ein Ballungsraum mit zehn Millionen oder mehr Einwohnern.

Lagos ist die am schnellsten größer werdende Megacity der Welt, sie wächst jährlich um fünf Prozent. Zu Meta- oder Hyperstädten zählen Siedlungsräume mit mehr als 20 Millionen Menschen die größte ist bislang Tokio mit 35,2 Millionen. Im Jahr 2020 werden laut UN-Schätzung vermutlich auch Bombay, Delhi, Mexiko-Stadt, São Paulo, New York, Dhaka, Jakarta und Lagos diese Grenze überschritten haben.

Rund 30 Prozent der Städter - etwa eine Milliarde Menschen - verbringen ihr Dasein gegenwärtig in Slums. In den Hüttensiedlungen Bombays oder Kairos drängen sich etwa 100 Menschen auf einer Fläche, die in Hamburg umgerechnet einem Einwohner zur Verfügung steht. Im Jahr 2020 werden laut UN wahrscheinlich 1,4 Milliarden Menschen weltweit in Elendsvierteln hausen.

Mega-Citys sind allerdings nicht die am schnellsten wachsenden Städte auf der Erde. Die meisten Menschen ziehen in Siedlungen mit weniger als einer Million Einwohner, vorangetrieben wird diese Entwicklung von der Landflucht. Mehr als die Hälfte der urbanen Bevölkerung lebt in Städten mit weniger als einer halben Million Einwohnern.

ap/dpa/oc