Eine 5000 Jahre alte Sandale haben Taucharchäologen in Sipplingen am Bodensee entdeckt. Das „nahezu vollständig erhaltene“ Stück stamme aus der Zeit um 2900 vor Christus, teilte der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl mit. Zustand und Aussagekraft stünden den Kleidungsstücken „des bekannten Gletschermannes ’Ötzi’ nicht nach“. Es handle sich um einen „spektakulären neuen Fund“ des Landesamtes für Denkmalpflege, das zum Regierungspräsidium Stuttgart gehört.

Die Flechtsandale aus Gehölzbast soll nach Angaben eines Sprechers nun konserviert und in einem Jahr im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz ausgestellt werden.

Am Ufer des Bodensees standen vom vierten bis zum ersten Jahrtausend vor Christus zahlreiche Pfahlbausiedlungen. Viele Fundstücke seien der konservierenden Eigenschaft des Wassers zu verdanken, sagte Schmalzl. Die Sandale wurde in Ablagerungen einer Pfahlbausiedlung ausgegraben.

Zur Erhaltung des kulturellen Erbes im Bodensee und Zürichsee haben Partner aus Baden-Württemberg, Vorarlberg und der Schweiz das „Interreg-Projekt Ufererosion und Denkmalschutz im Bodensee und Zürichsee“ ins Leben gerufen. Hierfür stünden bis 2011 rund 1,8 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Schmalzl.

Das Land beteiligt sich den Angaben zufolge auch an der internationalen Initiative unter der Federführung der Schweiz, den Titel Unesco-Welterbe für die Pfahlbauten zu beantragen. Etwa 35 ausgewählte Fundstellen am deutschen Bodenseeufer und in den Seen und Mooren Oberschwabens sollen auf die Welterbeliste. Der Antrag soll Ende 2009 in Paris eingereicht werden.

ddp/jam