Umwelt-Bericht

UN schlagen wegen weltweitem Bienensterben Alarm

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Das weltweite Massensterben der Bienen beunruhigt nicht nur Imker: Auch die UN sehen den Lebensrhythmus von Bestäubern und Pflanzen bedroht.

Zerstörte Lebensräume, Chemikalien und Parasiten machen den Bienen weltweit stark zu schaffen. Das geht aus einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hervor, der in Genf vorgestellt wurde.

In manchen Gegenden der stark industrialisierten nördlichen Erdhalbkugel seien in den vergangenen Jahren bis zu 85 Prozent der Bienenschwärme Krankheiten oder der Umweltverschmutzung zum Opfer gefallen, heißt es in einem Bericht.

Auch der Klimawandel kann dem UNEP zufolge negative Folgen für die Insekten haben – denn dadurch könnte der genau aufeinander abgestimmte Lebensrhythmus von Bestäuber und Pflanze durcheinandergebracht werden.

Die Autoren sorgen sich vor allem um die wildlebenden Tiere: Während Bienenstöcke, die von Menschen betreut werden, bei einer Gefährdung etwa durch Insektizide einfach weggeräumt werden könnten, seien wilde Bienen in so einer Situation „vollkommen ungeschützt“.

Nach UN-Angaben ist die Zahl der Bienenstöcke in den vergangenen 50 Jahren zwar weltweit um fast 45 Prozent gestiegen. Doch vor allem in Europa und Nordamerika würde immer häufiger von geschwächten oder sterbenden Völkern berichtet.

In den USA wird das Bienensterben auch mit bestimmten Milben in Verbindung gebracht. Seit ihrem ersten Auftauchen im Jahr 1980 hätten die Parasiten zu „drastischem“ Verlust der Honig produzierenden Populationen geführt, betont der Bienen-Bericht.

Viele Nutzpflanzen, wie Nüsse, Früchte und Getreide sind auf die Bestäubung durch Bienen oder andere Insekten angewiesen. „Tatsache ist, dass von den 100 Nutzpflanzen, die 90 Prozent der Nahrungsmittel weltweit beisteuern, mehr als 70 durch Bienen bestäubt werden“, sagte UNEP-Direktor Achim Steiner

Laut UNEP ging die Bienenpopulation in Europa und den USA in den vergangenen Jahren um zehn bis 30 Prozent zurück. Im Nahen Osten betrug der Rückgang sogar 85 Prozent, erklärte Peter Neumann, Mitautor der ersten UN-Studie zur Bienenpopulation.

( AFP/dpa/db/oc )