Mit einer Ausdehnung von etwa 300 mal 200 Kilometern gleicht der Saturn-Mond Hyperion einem unregelmäßig geformten Ei. Seine Abmessungen qualifizieren ihn als einen der kleinen in der Gruppe der bisher entdeckten 31 Monde des Saturns.
Aber das für Astronomen überraschendste Charakteristikum ist seine Ähnlichkeit mit einem Badeschwamm. „So etwas hatten wir nicht erwartet, denn das kennen wir von keinem anderen Himmelsobjekt“, schreibt eine internationale Arbeitsgruppe im Forschungsmagazin „Nature“. Dort veröffentlichen die Astrophysiker ihre Auswertungen von Daten, die die Saturn-Sonde „Cassini“ während eines Vorbeiflugs an Hyperion in nur 618 Kilometer Entfernung am 25.September 2005 gesammelt hatte.
Hyperion ist übersät von unzähligen Einschlagskratern kleinerer Körper. Diese Strukturen verwittern nicht, und in den Böden großer Krater findet man kleinere Krater, sodass der kleine Mond wie ein Schwamm erscheint. Die Kraterwände bestehen aus Wassereis, und gefrorenes Kohlendioxid liegt in den dunkel erscheinenden Arealen in chemisch gebundener Form vor.
Daneben identifizierten die Forscher Spuren komplexer organischer Moleküle, die auch in Staubwolken zwischen den Sternen vorkommen. Außerdem gibt es auf Hyperion noch Zyanide (Salze der Blausäure), und dieses Substanzgemisch geht unter Einwirkung der Sonnenstrahlung chemische Reaktionen ein, wobei auch Grundbausteine für das Leben entstehen. Dennoch ist der kleine Mond ein toter „Schwamm“.
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