Forschung

Viagra macht Männer auch ohne Frauen glücklich

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Macht Viagra Frauen überflüssig? Eine amerikanische Studie an Ratten zeigt, dass Viagra neben der Potenz auch den Hormonhaushalt beeinflusst. Das ausgeschüttete Oxytocin beruhigt und macht Männer glücklich – auch ohne Frauen. Ein deutscher Forscher ist skeptisch.

Das Potenzmittel Viagra kann nicht nur die Erektionsfähigkeit steigern, sondern möglicherweise auch die Ausschüttung des sogenannten "Treuehormons" Oxytocin fördern. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Forscher der Universität Wisconsin-Madison.

Sie testeten die Wirkung von Viagra auf den Hormonhaushalt von Ratten und beobachteten einen Anstieg des Oxytocin-Spiegels. Der Sexualmediziner Georg Pfau zweifelt an den Ergebnissen der Studie: "Ich vermute, dass die Steigerung des Oxytocin lediglich eine Folge der erhöhten sexuellen Aktivität ist."


"Oxytocin wird bei der jeder Form der Zärtlichkeit ausgeschüttet - sowohl zwischen Mutter und Kind als auch in der Partnerschaft", erklärt Pfau. "Das Hormon fördert die Bindung zum Partner und ist ein Mittel der sexuellen Kommunikation. Ein Mangel an Oxytocin zeigt sich im Gefühl der Einsamkeit." Ein Medikament, das die Ausschüttung des Hormons fördert, hält Pfau für nicht sinnvoll. "Der Mann soll das Oxytocin seiner Partnerin steigern und nicht sein eigenes."

"Die Ergebnisse sind ein Teil eines Puzzles in dem noch viele Teile fehlen", räumt Meyer Jackson, Autor der Studie, ein. "Aber sie zeigen, dass Potenzmittel nicht nur die Erektionsfähigkeit eines Mannes beeinflussen." Im Rahmen der Studie war die Ausschüttung von Oxytocin bei Ratten beobachtet worden, denen zuvor Viagra verabreicht worden war. Auf den Menschen hätte das Medikament vermutlich dieselbe Wirkung, so Jackson.

"Viagra steigert die Erektionsfähigkeit und nicht die Libido", ist sich Pfau sicher. "90 Prozent der Erektionsstörungen sind psychisch bedingt - die wenigsten haben organische Ursachen." Oft würde die Paardimension von sexuellen Problemen vernachlässigt. "Die eindimensionale Wirkung von Viagra ist für Sexualmediziner zu wenig. Wir sehen Sexualität als kommunikative Dimension der Partnerschaft und fragen nach den Ursachen der Probleme", so Pfau abschließend.