Psychologie

Models sind unglücklicher als andere Menschen

Einer britischen Studie zufolge sind Models nicht nur häufig mager, sonder auch unglücklich und einsam. Gewürdigt werden die Laufstegschönheiten oft nur für ihr Aussehen und die Fähigkeit, richtig auf- und abzugehen.

London - Viele Laufstegschönheiten litten unter einem geringen Selbstwertgefühl, Einsamkeit und unter dem Misstrauen ihrer Konkurrenten, hieß es in einer zu Beginn der Londoner Modewoche veröffentlichten Untersuchung der City University in London. Models seien häufiger unglücklich als Frauen und Männer in anderen Berufen.

„Diese Ergebnisse bedeuten nicht, dass Models psychisch gestört sind, aber sie sind dennoch Anlass zur Sorge und sie deuten auf ein möglicherweise sehr ernstes Problem hin“, sagte der Leiter der Studiengruppe, Björn Meyer. Models würden „fast ausschließlich für ihr Aussehen und die Fähigkeit, richtig auf- und abzugehen, gewürdigt“. Zudem seien Models sehr viel auf Reisen, sagte die an der Studie beteiligte Psychologie-Absolventin Kristin Enstrom, die selbst Model war. „Du hast niemals genug Zeit für echte Bindungen.“

Für die Studie wurden mehr als 100 Menschen zwischen 18 und 35 Jahren befragt – 56 Models und 53 Menschen mit anderen Berufen. Der Branchenverband British Fashion Council (BFC) reagierte zunächst nicht auf die Ergebnisse. Der Verband war zuvor in die Kritik geraten, weil er es abgelehnt hatte, dem Beispiel der Modewoche in Madrid zu folgen und ein generelles Verbot für Mager-Models zu verhängen. London schloss sich damit der Ablehnung verbindlicher Körpermindestmaße der New Yorker Modewoche an.

BFC-Chefin Hilary Riva erklärte vor Beginn der Londoner Fashion Week, es bleibe bei dem Aufruf an die Designer, freiwillig darauf zu achten, dass die Models gesund und nicht jünger als 16 Jahre sind. Eine Mindestgröße sei irreführend, weil auch sehr schlanke und zarte Models völlig gesund seien könnten.