Die Weltmeere könnten einer Studie zufolge in etwa 40 Jahren weitgehend leer gefischt sein, wenn Fischerei-Industrie und Verbraucher ihr Verhalten nicht ändern.
Sollten die Überfischung der Meere und die Zerstörung der maritimen Lebensräume mit dem gleichen Tempo voranschreiten wie bisher, drohe den meisten Populationen von Fischen und Meeresfrüchten bis 2048 der Zusammenbruch, sagte der Wissenschaftler Boris Worm, Leiter der im „Science“-Magazin veröffentlichten Studie. Darin vergleichen die Meeresbiologen wissenschaftliche Daten bis zurück in die 1960er Jahre mit historischem Material von über 1000 Jahren. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass schon heute die Vielfalt extrem abgenommen hat und knapp 30 Prozent der Fisch- und Meerestierarten vor dem Zusammenbruch stehen.
„In dem wir die Arten verlieren, verliert auch das gesamte Ökosystem seine Produktivität und Stabilität“, warnte Worm. Je geringer die Anzahl an Fisch- und Meerestierarten sei, umso anfälliger würden die Meere für externe Schocks wie etwa den globalen Klimawandel. „Diese Studie zeigt ganz klar, dass wir 2050 kaum noch lebende Fischbestände haben werden“, sagte „Science“-Geschäftsführer Andrew Sugden. „Die Arbeit zeigt aber auch, dass es noch nicht zu spät ist zu handeln.“
Der Rat zur Bewahrung der Meere (MSC) bezeichnete die Studie als alarmierend und rief die Fischerei-Industrie zu mehr Nachhaltigkeit auf. Auch die Verbraucher könnten dabei einen Beitrag leisten: Über das blaue MSC-Siegel auf Verpackungen werde signalisiert, dass der darin enthaltene Fisch nur durch verantwortungsvolle Fangmethoden produziert wurde. Dadurch werde das Ökosystem geschützt, teilte MSC mit.




