Forscher ausgezeichnet

Physik-Nobelpreis für Digitalkameras und Internet

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Norbert Lossau
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Nobelpreis an Kommunikations-Pioniere

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an drei Forscher, die mit ihrer Arbeit an Glasfasern und optischen Sensoren die Grundlage für das heutige Internet und die digitale Fotografie gelegt haben.

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Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an drei Forscher, die mit ihrer Arbeit an Glasfasern und optischen Sensoren die Grundlage für das heutige Internet und die digitale Fotografie gelegt haben. Die drei Männer seien "die Meister des Lichts". Ohne sie gäbe es keine modernen Hochgeschwindigkeitsnetze.

Mit dem Nobelpreis für Physik werden in diesem Jahr zwei technologische Entwicklungen gewürdigt, die in den vergangenen 20 Jahren das Leben der Menschen dramatisch verändert haben. Der chinesisch-britische Physiker Charles K. Kao wird für grundlegende Arbeiten ausgezeichnet, die zu den heute zur weltweiten Kommunikation genutzten Glasfaserkabeln geführt haben. Diese bilden heute ein globales Netzwerk für digitale Datenströme. Sie sind das Rückgrat des Internets.

In den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das Prinzip, Lichtwellen durch eine dünne Faser aus Glas zu leiten, durchaus schon bekannt. Doch spätestens nach einer Entfernung von einem Kilometer kam überhaupt kein Licht mehr an. Es wurde vollständig vom Glas absorbiert, weil dies zu viele Verunreinigungen enthielt. Kao gelang es, Glasfasern zu entwickeln, die Licht über viele Kilometer hinweg transportieren können. Dafür hat ihm das Nobelpreis-Komitee jetzt die Hälfte des Physik-Nobelpreises 2009 zuerkannt.

Die andere Hälfte des Preises geht an die beiden amerikanischen Physiker Williard S. Boyle und George E. Smith für die Entwicklung des CCD ("Charge coupled device“). Diese optischen Sensoren sind das Herzstück einer jeden Digitalkamera. Ihre lichtempfindlichen Pixel entsprechen den Bildpunkten der mit dieser Technik aufgenommenen Fotografien.

Doch nicht nur in der Fotografie spielen heute CCDs eine bedeutende Rolle. Auch in der Medizin und Astronomie hat diese Halbleitertechnologie zu großen Fortschritten geführt. So wird der Weltraum heute mit Teleskopen durchmustert, deren Augen CCDs sind. In der Medizintechnik kommen CCDs unter anderem als sensible Detektoren für Röntgenstrahlung zum Einsatz, durch die sich die Strahlenbelastung für Patienten deutlich verringern ließ.

Und in der Endoskopie sind sogar die beiden vom Nobelkomitee ausgezeichneten Innovationen miteinander kombiniert. Mit Hilfe der Glasfasern in einem Endoskop kann der Arzt ins Innere des menschlichen Körper blicken. Die optischen Signale werden dabei von einem CCD aufgefangen und anschließend auf einem Monitor dargestellt.

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