Einer neuen Studie zufolge, sind die Folgen der zunehmenden Verstädterung für die Biodiversität verheerend. Die berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe. Derzeit sind bereits 29 der weltweit 825 Ökoregionen Stadtgebiete. Insgesamt leben in diesen 29 Region 213 endemische - also ausschließlich dort vorkommende - Arten.


"Unserer Analyse zufolge sind weltweit acht Prozent der auf der Roten Liste der Internationalen Naturschutzunion IUCN stehende Landwirbeltiere, durch die Urbanisierung bedroht", schreibt Robert Mcdonald im Fachmagazin Biological Conservation. Bis 2030 werden zusätzlich fünf weitere Ökoregionen mehr als fünf Prozent ihrer bisher unbebauten Flächen verlieren. "Dort leben weitere 118 endemische Wirbeltiere, die dadurch gefährdet sind", warnt Mcdonald.


Einer der Gründe ist die Ausdehnung der Stadtgebiete in die geschützten Regionen. Vor allem in Ostasien sei diese Entwicklung bedeutsam. Waren 1995 solche Naturschutzareale durchschnittlich 43,5 Kilometer vom Stadtrand entfernt, wird diese Distanz bis 2030 auf durchschnittlich nur 22,5 Kilometer fallen. Damit werden die Schutzregionen immer mehr zu Stadtgebieten.

Nach Auffassung der Forscher könnte diese Entwicklung sehr wohl steuerbar sein. "Naturerhaltung kann ohnehin nicht nur in isolierten Naturschutzparks geschehen, sondern muss zum integralen Bestandteil des täglichen Lebens werden."

Erst im Vorjahr hat eine Untersuchung von Klimatologen der Technischen Universität Berlin (TUB) gezeigt, dass Parks in Städten die Lufttemperatur senken können. "Für das Klima einer Großstadt ist ein Netzwerk aus Parks mit mittleren und kleineren Grünflächen am besten", so Studienleiter Dieter Scherer vom Institut für Ökologie.

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