In ihrem Anfang des Jahres veröffentlichten vierten Klimareport geht die UN-Klimakommission davon aus, dass sogenannte Aerosole nur einen geringen Einfluss auf das Klimageschehen ausüben. Wenn überhaupt, dann sollten die Schwebstoffe in der Luft einen kühlenden Effekt haben. Diese allgemein akzeptierte Vorstellung korrigieren Forscher der Scripps Institution of Oceanography im kalifornischen La Jolla heute mit einer Veröffentlichung im Wissenschaftsmagazin „Nature“. Aerosole heizen zumindest jene Luftschicht merklich auf, in der sie vorkommen.

Mikroskopisch kleine Rußpartikel und andere fein verteilte Substanzen in der Luft, allgemein als Aerosole bezeichnet, verursachen zwei gegensätzliche Effekte. Sie werfen viel Sonnenstrahlung in den Weltraum zurück und verringern somit die Aufheizung. Andererseits absorbieren sie Strahlung und heizen sich und ihre Umgebung damit auf. Was sich dabei mit welchen Konsequenzen in den verschiedenen Höhenstufen der Atmosphäre genau abspielt, ist jedoch weitgehend unbekannt.

Detaillierte Einblicke gewann die Arbeitsgruppe um Veerabhadran Ramanathan mit kleinen, unbemannten und mit Messgeräten bestückten Flugzeugen. Im Seegebiet um die Malediven flogen sie mehrmals im März 2006 gleichzeitig in drei unterschiedlichen Ebenen zwischen 0,5 und drei Kilometern. Von Interesse waren dabei besonders die dicken Wolken aus Industrie- und Autoabgasen, die vom asiatischen Kontinent auf das offene Meer ziehen. Die Datenauswertung ergab, dass insbesondere die Rußpartikel in den Wolken zu einer um 50 Prozent erhöhten Aufheizung in der betreffenden Atmosphärenschicht beitragen – verglichen mit unbelasteter Luft.

Die höchste Verschmutzungsrate fanden die Forscher in Höhen zwischen einem und drei Kilometern. Das heißt, dort ist auch die Erwärmung der Atmosphäre am stärksten, was das Abschmelzen der Himalaja-Gletscher beschleunigt.

rhl