David, ein neuer Fußball-Roboter, trifft so gut wie immer. Seine Erfinder von der Universität Stuttgart sind mächtig stolz auf ihren Vorzeige- Fußballer. „Er schießt stärker und präziser als jeder menschliche Fußballer“, sagt Professor Peter Göhner vom Institut für Automatisierungs- und Softwaretechnik (IAS).

David ist ein überdimensionaler Fußballschuh. Vom Prinzip her funktioniert der Roboter ähnlich wie eine Ballschussmaschine, nur schießt er viel präziser und stärker. „David trifft mit einer Abweichung von maximal 20 Zentimetern“, erläutert Göhner.

Insgesamt 13 Wissenschaftler tüftelten eineinhalb Jahre an dem Roboter, sechs komplexe Systeme sorgen nun für präzise und starke Schüsse. Die Außenhaut des Fußballschuhs besteht aus einem Drahtgestell und Modelliermasse. 50.000 Euro hat der Prototyp gekostet.

Selbst Nationaltorhüter René Adler müsste sich mächtig strecken, um gegen Davids Schussstärke bestehen zu können. Ein fast ebenbürtiger Gegner ist Goalias, der Roboter-Torwart der Universität Stuttgart. Nun traten die beiden erstmals gegeneinander an: Die David-Mannschaft in grünen Trikots, Team Goalias in rot.

David-Teamleiter Michael Rauscher legt auf dem PC fest, wohin David schießen soll und mit welcher Stärke. Hier kann er zwischen vier verschiedenen Klassen wählen – von der Jugend bis zur Champions League. „Bis zu 140 Stundenkilometer schnell kann er schießen“, erklärt Auszubildende Yvonne Spitznagel. Profifußballer wie Michael Ballack kommen auf 120 bis 130 Stundenkilometer.

Einen wichtigen Part hat auch Student Oliver Koller: Er muss die Maschine mit Bällen füttern. Nachdem am PC das Ziel eingegeben wurde, rechnet David dies vollautomatisch um. Es klingt ein bisschen wie ein startender Düsenjet, als die Motoren die beiden Bänder im Inneren des Fußballschuhs in Gang bringen. Oliver Koller lässt den Ball fallen und schon fliegt er blitzschnell in Richtung Tor.Dort rotiert sein Gegner der vollautomatische Torwart Goalias, den die Mitarbeiter der Universität schon vor zwei Jahren entwickelt haben. Vier Kameras erkennen innerhalb von Sekundenbruchteilen den Ball, ein Rechner kalkuliert den Auftreffpunkt am Tor und ein Motor bringt den Keeper in Schwung gehalten: Das 3:3 im Duell zwischen David und Goalias. Es bleibt spannend.

Eine besondere Spezialität des Fußball-Roboters sind Bananenflanken. Er zwirbelt die Bälle an der eigens gebauten Freistoßmauer vorbei wie kein Zweiter. Für den nötigen Effekt sorgen die beiden Bänder, die sich unterschiedlich schnell drehen.

„Diese Schüsse sind schon eine Herausforderung für Goalias“, sagt Daniel Ditterich vom Team David. Der Kampf der beiden Super-Roboter endet 5:4 für David denkbar knapp. Entwickelt wurde David als Gegner für Goalias, und um Kinder und Jugendliche für die Ingenieurswissenschaften zu begeistern.

Die Wissenschaftler der Universität Stuttgart sind überzeugt von den Fähigkeiten ihres neuen vollautomatischen Torschützen: „Jens Lehmann würde vielleicht einige Bälle halten, aber eigentlich hat ein menschlicher Torwart kaum eine Chance gegen ihn“, urteilt Peter Göhner. Wären Fußball-Roboter bei der WM zugelassen David wäre im Sturm von Jogi Löw sicherlich gesetzt.

Weiterführende Information im Internet: http://www.ias.uni-stuttgart.de

dpa/oc