Damals sei nicht nur Indien, sondern auch Australien, Afrika, die Antarktis und Südamerika entstanden. Indien habe sich damals mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit als die anderen Erdteile bewegt, zwischen 18 und 20 Zentimeter pro Jahr. Australien und Afrika kamen dagegen gerade auf vier Zentimeter pro Jahr.
Mit der relativ hohen Geschwindigkeit sei Indien vor 50 Millionen Jahren in Eurasien gekracht. Durch die mächtige Kollision sei das höchste Gebirge der Welt aufgeworfen worden. Die Forscher des Potsdamer Geoforschungszentrums (GFZ) erklären sich das Auseinanderbrechens von Gondwanaland mit einem Riss in der Erdkruste, aus dem immense Hitze ausgetreten sei. Indien könnte demnach nahe des Risses gelegen haben, so dass seine Verankerung in der Kruste regelrecht weggebrannt worden sei. Der Subkontinent sei dann womöglich wie ein Teller auf der heißen Masse aus dem Erdinneren geschwommen.
Als Hinweis auf eine solche Entwicklung werten die GFZ-Wissenschaftler die geringe Dicke der Erdkruste im heutigen Indien. Diese liegt nur bei ungefähr 100 Kilometern. Die anderen Teile von Gondwanaland kommen dagegen auf 180 bis 300 Kilometer, was auch ihre Fähigkeit beeinträchtigt haben dürfte, sich fortzubewegen. Ohne seinen „Anker“ habe sich Indien „von einem Faultier zu einem Geparden“ unter den Kontinenten verwandelt, schreibt der Kommentator des Artikels, Dietmar Müller, von der Universität von Sydney in Australien.Die Erde ist kleiner als angenommen
AFP/OC





