Hätte unser Planet nicht die Fähigkeit, Sauerstoff in den Tiefen ihres Mantels zu speichern, gäbe es auf ihm vermutlich kein Leben. Zu diesem Schluss kamen Forscher der Universität Bonn. Bei ihren Untersuchungen stellten sie fest, dass das Mineral Majorit ein nicht unbedeutender Sauerstoffspeicher ist.

Majorit kommt normalerweise nur in mehreren hundert Kilometern Tiefe unter hohen Drücken und Temperaturen vor. Unter diesen Bedingungen kann das Mineral als „Sauerstoffspeicher“ fungieren.

Kommt es in die Nähe der Erdoberfläche zerfällt es. Der gespeicherte Sauerstoff wird frei und verbindet sich mit Wasserstoff aus dem Erdinneren zu Wasser. Ohne diesen Mechanismus wäre der „blaue Planet“ wohl ebenso trocken und lebensfeindlich wie der Mars. Die Ergebnisse der Bonner Wissenschaftler sind nun in der Zeitschrift „Nature“ erschienen.

An den Grenzen zwischen den Kontinentalplatten taucht der Erdmantel viele hundert Kilometer ins Erdinnere ab. Dabei nimmt er auch Sauerstoff in Form von Eisenoxid mit sich. Tief unter der Erdoberfläche schmilzt das Mantelmaterial unter zunehmendem Druck und Temperatur zu. Das Eisenoxid durchläuft dabei eine chemische Metamorphose. Der zuvor im Eisenoxid gebundene Sauerstoff wird in das in der Tiefe lagernde Mineral Majorit eingebaut.

Wie warme Luft über der Heizung steigt das Mineral auf. Kommt es in die Nähe der Erdoberfläche zerfällt es. Der gespeicherte Sauerstoff wird frei und verbindet sich mit Wasserstoff aus dem Erdinneren zu Wasser.

Auf diesem Wege dünstet die Erde permanent Wasserstoff aus, der sich mit dem Sauerstoff zu Wasser verbindet. Ohne den „Sauerstoff-Fahrstuhl“ in ihrem Mantel wäre der „blaue Planet“ wohl ebenso trocken und lebensfeindlich wie der Mars. Die Ergebnisse der Bonner Wissenschaftler sind nun in der Zeitschrift „Nature“ erschienen.

maw/ots/hem