Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen werden nicht wegen der Schweinegrippe verlängert. Das hat das Düsseldorfer Gesundheitsministerium am Dienstag nach Beratungen einer medizinischen Expertenkommission entschieden. Damit beginnt das neue Schuljahr für die 2,8 Millionen Schüler und 192.000 Lehrer in Nordrhein-Westfalen planmäßig am nächsten Montag, teilte das Ministerium mit. Eine Verlängerung der Sommerferien war als Mittel zur Eindämmung der Epidemie diskutiert worden.


Mit der Auslieferung erster Impfstoffdosen“ gegen Schweinegrippe rechnet die Bundesregierung rechnet „ab Ende September/Anfang Oktober. Der Beginn der Impfung hänge von den weiteren Fortschritten der Impfstoffentwicklung und dem Zeitpunkt der Zulassung ab, heißt es in der Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Gesundheitsministerium, Rolf Schwanitz (SPD), auf eine schriftliche Frage von Bündnis90/Grüne, die der „Passauer Neuen Presse“ vorliegt.


Im Rahmen der Impfung der Bundesverwaltung sei vorgesehen, „zunächst Beschäftigten eine Impfung anzubieten, die aus Gründen des Arbeitsschutzes geimpft werden müssen“. Dazu zählten beispielsweise die Mitarbeiter der Vorortteams des Robert-Koch-Instituts, Laborkräfte in zentralen Instituten im Geschäftsbereich oder des ärztlichen Dienstes.


„Sukzessive“ solle zusätzliches „Schlüsselpersonal der Bundesverwaltung“ insbesondere die Beschäftigten der Krisenstäbe geimpft werden. „Hierzu gehören auch die Mitglieder der Bundesregierung.“ Es sei zu erwarten, dass die Impfungen der Bundesverwaltung zeitgleich mit dem Beginn der Impfung der Bevölkerung in den Ländern stattfinden werden.

Bbritische Forscher empfehlen indessen Grippemittel wie Tamiflu oder Relenza nich an Kindern mit Schweinegrippe zu verabreichen. Bei Kindern unter zwölf Jahren würden die Medikamente die Gefahr einer Weiterverbreitung von Grippeviren nur geringfügig eindämmen, heißt es in einer Studie von Medizinern der Universität Oxford für die Fachzeitschrift „British Medical Journal“. Zwar könne die Dauer der Erkrankung um etwa eineinhalb Tage verkürzt werden, eine weit verbreitete Nutzung von Tamiflu könne aber dazu führen, dass das Virus dagegen immun wird.


Gegen eine Anwendung spreche zudem, dass sich etwa fünf Prozent der Kinder bei der Einnahme von Tamiflu übergeben müssten, was zu einer Austrocknung und anderen Komplikationen führen könne. Bei einem milden Verlauf der Schweinegrippe bräuchten erkrankte Kinder wie bei jeder anderen Grippe Flüssigkeit und Ruhe. Sofern es sonst keine schweren Gesundheitsprobleme gebe, bestehe kein Grund zur Einnahme von Tamiflu, heißt es in der Studie der Mediziner Matthew Thompson und Carl Heneghan weiter. Die Forscher leiteten ihre Erkenntnisse aus Studien zu anderen saisonalen Grippewellen ab - nicht direkt aus Daten zur Schweinegrippe.

ddp/ap/dpa/oc