Rachel Batterham vom University College in London hat dies belegt, indem sie Mäuse züchtete, die kein PYY erzeugen können. "Sie nahmen stark zu", so die Wissenschaftlerin. "Sobald wir ihnen aber das PYY von außen zuführten, fraßen sie weniger, und ihr Gewicht normalisierte sich."


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Diese Entdeckung gibt eine plausible Erklärung für die sich bei Menschen ausbreitende Fettsucht, denn unsere Ernährung wird immer mehr von Kohlenhydraten und weniger von Eiweiß bestimmt. "Heute besteht unser Essen fast zur Hälfte aus Kohlenhydraten und nur noch zu 16 Prozent aus Proteinen", sagt Batterham. Tony Leeds vom Londoner King's College glaubt, dass es schon bald ein Nasenspray auf PYY-Basis geben wird, das den Appetit auf natürliche Weise zügelt. Da der Körper jeden Gewichtsverlust eisern verteidigt, müssen die Medikamente lebenslang genommen werden, was hohe Anforderungen an ihre Verträglichkeit stellt. Außerdem ist Missbrauch bei Übergewicht geradezu programmiert. Derzeit wird nur bei einem hohen Körpermassenindex und weiteren Risikofaktoren eine medikamentöse Therapie empfohlen. Dass die langfristige Einnahme von Appetitzüglern zu Komplikationen führen kann, hat schon das Schicksal von Fenfluramin und Phentermin vor wenigen Jahren gezeigt. Der Dauergebrauch führte bei vielen Übergewichtigen zu schweren Herzstörungen, die bei kurzfristiger Einnahme nicht zu sehen waren. Beide Wirkstoffe galten bis dahin als sicher.