Um ein großes Tiefdruckgebiet bildet sich ein Sturmfeld, das je nach Stärke und Größe erhebliche Verwüstungen anrichten kann. Der Hurrikan „Katrina“ etwa, der im August 2005 New Orleans verwüstete und mehreren tausend Menschen das Leben kostete, wurde aus einem tropischen Tief geboren. Zu vergleichbar schweren Katastrophen kam es in Europa noch nicht. Aber auch hier richteten Winterorkane schon erhebliche Schäden an und kosteten Dutzende Menschen das Leben.
Von Orkanen sprechen Seefahrer und Meteorologen ab Windstärke 12. Dies ist der höchstmögliche Wert auf der nach dem britischen Admiral Francis Beaufort benannten Beaufort-Skala. Windstärke 12 entspricht einer Windgeschwindigkeit von mehr als 118,5 Stundenkilometern. Die See erreicht dann Wellenhöhen von bis zu 20 Metern. Im Binnenland sind solche Stürme selten. Treten sie doch auf, dann entwurzeln sie selbst starke Bäume und verursachen schwere Verwüstungen.
Das am Donnerstag in Deutschland erwartete Orkantief „Kyrill“ könnte ein solches Ereignis sein. An Nord- und Ostsee soll es Orkanstärke erreichen, dort rechnen die Wetterdienste mit Sturmfluten. Befürchtet wird zudem, dass „Kyrill“ mit orkanartigen Stürmen flächendeckend über die gesamte Republik zieht.
Worauf sich die Bürger dann womöglich einstellen müssen, zeigt das Beispiel des verheerenden Orkans „Lothar“. Er zog am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 von der Biskaya kommend über Frankreich, die Schweiz und Süddeutschland und richtete einen Schaden von etwa fünf Milliarden Euro an. Der Sturm traf mittags mit voller Wucht auf den Schwarzwald, mit Spitzengeschwindigkeiten von 272 km/h. Selbst das im tiefen Rheingraben gelegene Karlsruhe registrierte Werte von bis zu 151 km/h. Rund 100 Menschen wurden europaweit durch den „Jahrhundertsturm“ getötet.
AFP




