Für den Minitornado mussten insgesamt 28 Tonnen Luft in Bewegung versetzt werden. Rund sieben Minuten dauerte es, bis die Luftmassen sich mit hoher Geschwindigkeit im Kreis bewegten. Sichtbar gemacht wurde die der Natur nachempfundene Luftverwirbelung mithilfe von weißem künstlichem Nebel, der sich wie ein leicht geschwungenes, dickes Seil bis zur Museumsdecke hinaufwand.

Der Wirbelwind ist nicht in erster Linie ein naturkundliches Schauspiel für Besucher. Die Luftverwirbelungsanlage ist vielmehr Teil des Brandschutzsystems des Museums. Durch den Unterdruck im etwa 40 Zentimeter breiten Auge des künstlichen Wirbelsturms wird im Brandfall Rauch vom Feuer von unten durch das Atrium nach oben und über das Dach nach außen transportiert. Auf diese Weise kann der Qualm sich nicht auf weiteren Ebenen des sehr offen gestalteten Museums ausbreiten. In Fällen von schweren Bränden kommen erfahrungsgemäß mehr Menschen durch die Vergiftung mit Rauchgasen ums Leben als durch die unmittelbare Brandwirkung. Das Entrauchungssystem ist eigens für das Museum entwickelt worden und nach Museumsangaben in dieser Art einmalig.

Der Eintrag in das berühmte „Guinnessbuch der Rekorde“ habe mit Gefahrenvorsorge und Sicherheit zu tun, erklärte Michael Bock, der Geschäftsführer des Mercedes-Benz-Museums, als er die „Guinnessbuch“-Urkunde entgegennahm. „Deshalb ist er uns ganz besonders wichtig.“

In der Natur entstehen die gefürchteten Tornados unter folgenden Bedingungen: kräftige Aufwärtsbewegung von Luft, etwa durch Wärmekonvektion; Temperaturabnahme nach oben; viel Feuchtigkeit in der Luft, die in der Höhe zu Tröpfchen kondensiert, wodurch latente Wärme frei wird; das treibt dann die Wirbelwinde weiter an.

dpa/wom