Im offiziellen Google Blog bemüht "Google-Pilot" Urs Hölzle das Bild einer Flugreise: "Stellen Sie sich vor, Sie würden versuchen, von New York nach San Francisco zu fliegen, und Ihre Maschine würde zu einem Flughafen nin Asien umgeleitet. Und eine Reihe anderer Fliger würden auch in diese Richtung geschickt, so dass sich Ihr Flug verzögert und die Reise deutlich länger dauert als erwartet. Das ist im Grunde, was einigen unserer Nutzer heute für eine Stunde wiederfahren ist."
Das passierte am Donnerstag um 16.48 Uhr mitteleuropäischer Zeit. "Einige unserer Nutzer" meint immerhin 14 Prozent des Google-Publikums, Millionen Internet-Nutzer weltweit also. Sie erreichten Google nur mit Unterbrechungen oder gar nicht. Betroffen war auch Deutschland, wo nahezu 80 Prozent aller Web-Suchanfragen über Google laufen. Als Grund für die Störung nennt Hoelzle ein technisches Problem, das dazu führte, dass ein zu großer Teil des Datenverkehrs über Computer in Asien geführt wurde. Die Störung habe etwa eine Stunde gedauert, so Hoelzle. Das Unternehmen bemühe sich darum, die Ursachen zu beheben, um eine Wiederholung zu verhindern.
Der Internet-Nachrichtendienst Cnet berichtet , Google habe technische Änderungen vorgenommen und so den Ausfall verursacht. Cnet bezieht sich dabei auf Dmitri Alperovitch, der für den Softwarehersteller for McAfee Computer-Sicherheitsrisiken erforscht. Im Rahmen einer Umstellung des Netzwerk-Standards auf ein neues System namens IPv6 sei möglicherweise ein Fehler innerhalb des Google-Netzwerkes aus hunderttausenden Computern aufgetreten. Eine andere Erklärung könnte demnach sein, dass ein Fehler bei der Umstellung dazu führte, dass Internet-Dienste die Google-Seite nicht mehr finden konnten. Weiter heißt es bei Cnet, dass Nutzer großer Internet-Anbieter wie etwa AT&T und Verizon in den USA besonders stark betroffen gewesen seien.
Das war das zweite Mal in diesem Jahr, dass eine technische Panne die Internet-Suche von Google behindert hat. Bereits am 31. Januar gab es einen Ausfall: Knapp eine Stunde lang wurde damals jede Homepage unter den Generalverdacht einer möglichen Infektion mit schädlicher Software gestellt: „Diese Website könnte ihren Computer beschädigen“. Ein Mausklick auf einen beliebigen Treffer führte nur auf eine Seite mit einer Warnung und einen Hinweis auf die Webseite StopBadware.org. Das Unternehmen führte dies auf einen menschlichen Irrtum zurück. Ursache war ein Fehler beim regelmäßigen Update der Listen von potenziell gefährlichen Websites.
Weil Google von mehreren hundert Millionen Menschen genutzt wird, kann bereits eine kleinere Störung gewaltige Auswirkungen haben. Davon sind unter Umständen auch andere Websites betroffen, welche Dienste von Google integriert haben.
AP/dino
















