Medizin

"Fettschalter" entscheidet über dick oder dünn

Forscher haben einen "Schalter" entdeckt, der über die Art des Fettgewebes entscheidet. Das braune Gewebe verbrennt das aufgenommene, beziehungsweise gespeicherte Fett, während das weiße Gewebe das Fett speichert und so zu Übergewicht führen kann. Die Steuerung des Schalters, könnte künftig Diäten überflüssig machen.

Foto: picture-alliance / Sven Simon / picture-alliance

US-Forscher haben einen„Fettschalter“ entdeckt, der über die Art des Fettgewebes entscheiden. Sie haben erkannt, dass Säugetiere über verschiedene Fettzellen verfügen, die unterschiedlichen Ursprungs sind und im Körper völlig verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Das sogenannte braune Fett verbrennt mit der Nahrung aufgenommenes, beziehungsweise gespeichertes Fett und ähnelt in vielerlei Hinsicht dem Muskelgewebe. Das weiße Fettgewerbe ist das Speicherfett, das zu Übergewicht führt.

Die Wissenschaftler um Ronald Kahn von der Harvard Medical School in Boston zeigten zunächst, dass ein kleines Eiweiß namens BMP7 die Umwandlung von Vorläuferzellen in braune Fettzellen steuert. Mäuse, die diesen „Fettschalter“ im Übermaß produzierten, bildeten sehr viel braunes Fett, aber nicht mehr weißes Fettgewebe. Diese Mäuse verbrauchten auch mehr Energie und verloren im Vergleich zu normalen Tieren an Gewicht.

Dass braune und weiße Fettzellen sich zudem aus unterschiedlichen Vorläuferzellen entwickeln, zeigte das Team um Bruce Spiegelman, ebenfalls von der Harvard Medical School in Boston. Ihre Untersuchung ergab, dass die braunen Fettzellen während der Embryonalentwicklung aus Vorläuferzellen gebildet werden, die ebenso gut auch Muskelzellen werden können.

In welche Richtung sich die Zellen entwickelt, bestimmt der Faktor PRDM16: Wird dieser Schalter gebildet entstehen braune Fettzellen, fehlt er, entstehen Muskelzellen. Womöglich ist braunes Fett viel eher eine „Muskelzelle, die Fett eingelagert hat“ als eine Variante des weißen Fetts, kommentieren Varbara Cannon und Jan Nedergaard von der Stockholm Universität die Ergebnisse der Forscherteams. Durch die Nachahmung der Vorgänge, die zur Bildung von braunem Fett führten, ließe sich womöglich Übergewicht behandeln.