Pflanzen gelten als still, stumm und dumm. Wenn eine Wurzel den Blättern oder Blüten etwas mitzuteilen hat – etwa, dass die Feuchtigkeit des Bodens knapp ist, dass die Erde verseucht ist oder dass sie kaum noch Nährstoffe findet – dann teilt sie das über mechanische und chemische Prozesse mit. Ein sehr ursprünglicher und vor allem langsamer Prozess. Ein Nervensystem, wie es Tiere haben, und damit eine schnelle Möglichkeit zur internen Kommunikation ist bisher nur von wenigen Pflanzen bekannt.
Nun berichten Botaniker der Universitäten Bonn und Florenz in PNAS, dass Zellen in den Wurzeln von Maispflanzen elektrische Signale generieren und weitergeben können. Solche Zellgespräche sind bisher nur vom Nervensystem niederer und höherer Tiere bekannt. „Wir haben nachgewiesen, dass in der Wurzelspitze von Mais immer wieder spontane elektrische Entladungen stattfinden“, sagt Frantisek Baluska von der Universität Bonn. Diese sogenannten Aktionspotenziale würden von Zelle zu Zelle weitergeleitet – und das nicht einmal langsam. Die Übertragungsrate ähnele der, die man bei Quallen oder Würmern beobachtet hat.
Bisher haben sich Pflanzenforscher auf die chemische Kommunikation konzentriert. Die funktioniert über Hormone und bestimmt Blüte und Wachstum. Die Forscher vermuten nun, dass die elektrische Aktivität in den Maiswurzeln dazu führt, dass an anderer Stelle Hormone ausgeschüttet werden.
ph





