Am Kennedy Space Center haben Ingenieure bereits damit begonnen, eine der Abschussrampen für das neue Raumschiff umzubauen.

Die neuen Ares-Raketen sollen in zweifacher Hinsicht sicherer sein. Zum einen werden die Mannschaftskapseln mit dem Namen „Orion“ auf der Spitze platziert, also nicht mehr vertikal an der Seite wie derzeit die Spaceshuttles auf dem großen Außentank. Die Nasa werde wohl nie wieder ein bemanntes Raumschiff so konstruieren, dass etwas auf die Crew fallen könnte, prophezeit Nasa-Chef Mike Griffin.

Das Unglück der Raumfähre „Columbia“ im Februar 2003 war durch Schaumstoff ausgelöst worden, der vom Außentank abgeplatzt war und ein Loch in einen Shuttle-Flügel geschlagen hatte. 1986 war das Schwesterschiff „Challenger“ 73 Sekunden nach dem Start explodiert.

Nach wie vor verfügen die Shuttles über keine Rettungsraketen, sollte unmittelbar nach dem Abheben etwas schief gehen. „Wenn wir ein Antriebsproblem oder eine andere Fehlfunktion haben, während die beiden Zusatzraketen noch brennen, können wir nichts tun. Wir müssen warten, bis die Booster abgesprengt sind, ehe wir den Start abbrechen können“, so Paul Hill, Nasa-Flugdirektor.

Auch dies soll bei den Ares-Raketen anders werden: Sie werden mit einem speziellen Notfallsystem ausgerüstet. „Auf der Spitze der Ares I platzieren wir eine weitere kleine Rakete“, beschreibt Kelly Humphries vom Johnson Space Center der Nasa in Houston. Die Rettungsrakete könne bei einem Fehlstart die Mannschaftskapsel von der Abschussrampe oder der Startrakete wegschießen – zu jedem beliebigen Zeitpunkt während des Aufstiegs ins All.

Und auch die Startplattformen selbst will die Nasa sicherer machen. Eine Maßnahme betrifft mögliche Evakuierungen der Astronauten. Sollte unmittelbar vor dem Abheben ein gravierender Fehler auftauchen, könnte die Mannschaft ihre Rakete noch auf dem Boden verlassen und sich in Sicherheit bringen. Im Shuttle-Programm benutzt die Nasa derzeit Körbe, die an Seilen befestigt sind. In einem Notfall sollen die Astronauten die Fähre verlassen und in diese Körbe springen, die dann zu Boden gleiten.

Die Lösung für die neuen Raketen soll einer Achterbahn ähneln. Sie sieht vor, dass vier bis sechs Astronauten in einen Wagen springen, der oben auf dem Startturm befestigt ist. Er verfügt über keinen eigenen Antrieb, sondern soll die Schwerkraft nutzen: Das Schienenfahrzeug wird zunächst mit fast 150 Stundenkilometern gen Boden stürzen und ihn in weniger als fünf Sekunden erreichen. Dann vollführt der Wagen auf den Schienen eine 90-Grad-Kurve und kommt endlich nach 500 Metern in einem Bunker zum Stillstand.

Der ganze Trip soll keine anderthalb Minuten dauern. Im Bunker könnte die Crew eine Stunde ausharren, bis ein Feuer gelöscht ist oder giftige Dämpfe abgezogen sind. Derzeit sucht die Nasa eine Firma, die den „Rollercoaster“ installieren könnte.