Greenpeace hat seine umstrittene Aktion zum Schutz des Naturschutzgebiets am Sylter Außenriff mit dem Versenken weiterer Gesteinsbrocken fortgesetzt. Eine Woche nach dem Start wurden am Montag von einem Schiff aus weitere tonnenschwere Steine westlich der Insel in der Nordsee versenkt, wie die Umweltschutzorganisation in Hamburg mitteilte. Ziel sei, die Region vor der Zerstörung durch Grundschleppnetze sowie Sand- und Kiesabbau zu schützen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sowie Fischereiverbände hatten die Aktion kritisiert und deren Ende gefordert.
Am vergangenen Dienstag hatte Greenpeace die ersten von insgesamt rund 1.000 Steinen versenkt. Die Umweltschützer betonten, bei den jeweils rund einen Kubikmeter großen und drei Tonnen schweren Brocken handle sich um Natursteine, die beim Wiederaufbau von beschädigten Riffen helfen. Eine Gefahr gehe davon nicht aus, da die Positionen regelmäßig den Wasserschutzdirektionen und den Fischereiverbänden mitgeteilt würden.
Obwohl die Behörden Greenpeace bereits ein Ordnungsgeld von 50.000 Euro angedroht haben, halten die Umweltschützer an ihrem Vorhaben fest. „Die Artenvielfalt in der Nordsee ist es uns wert“, sagte Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace. Insgesamt habe die Organisation 500.000 Euro in die nach eigenen Angaben „bisher aufwendigste Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Meere“, investiert.
„Grundschleppnetzfischerei pflügt den Meeresboden regelrecht um. Und das in einem Gebiet, das seit vier Jahren als Schutzgebiet gemeldet ist“, sagte Menn weiter. „Die Natursteine schützen das Gebiet wirkungsvoll und setzen so das Naturschutzrecht durch. Anstatt den Aktivisten jetzt unrechtmäßiges Handeln vorzuwerfen, sollte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel lieber die gesamte Fischerei im Sylter Außenriff sowie den Sand- und Kiesabbau verbieten. Nur so kann Gabriel noch glaubwürdig bleiben.“
Fischer werfen den Umweltschützern vor, sogar den Untergang von Kuttern in Kauf zu nehmen, falls Schleppnetze an den Felsblöcken hängen bleiben. Dem widersprach Menn: „Die Fischer wissen, wo die Steine liegen.“ Bevor Greenpeace den ersten Stein versenkt habe, sei eine Warnmeldung abgeschickt worden. Diese habe innerhalb kurzer Zeit alle Fischer erreicht.




