Archäologie

4500 Jahre alter Pötzi entdeckt

Der Fund ist eine Sensation: Archäologen haben in Potsdam in einem Kriegsgrab ein Skelett entdeckt, das fast so alt ist wie Ötzi. Es stammt aus der frühen Bronzezeit und liefert möglicherweise den Beweis, dass Brandenburg früher besiedelt war als bisher angenommen.

Foto: PA

In Potsdam ist bei Bauarbeiten ein vermutlich 4500 Jahre altes Kriegergrab entdeckt worden. Unter anderem seien in dem Grab aus der frühen Bronzezeit ein Skelett und Waffenbeigaben freigelegt worden, teilte die Stadtverwaltung mit.

Wenn sich die Annahmen bei den weiteren archäologischen Untersuchungen bestätigen sollten, wäre dies für die Region ein sensationeller Fund, hieß es. Nach der Entdeckung von 800 bis 1000 Jahre alten Gräbern an gleicher Stelle sei der neue Fund ein weiterer Beleg für eine sehr frühe Besiedlung des Potsdamer Gebiets. Der Fund wurde bei den Arbeiten für einen Regenwasserschacht in etwa zwei Metern Tiefe gemacht. Der in gehockter Stellung bestattete Tote hatte mindestens acht Pfeilspitzen aus Feuerstein in das Grab gelegt bekommen.

Seit etwa sechs Monaten laufen die archäologischen Ausgrabungen zur Vorbereitung umfangreicher Leitungsneuverlegungen. Seit 1995 ist bekannt, dass in der Türkstraße, dem Fundort, Spuren der Besiedlung am Havelufer von der Jungsteinzeit bis in das Mittelalter in außergewöhnlicher Qualität erhalten sind.

Etwa 2000 Befunde seien bisher von der archäologischen Fachfirma aus Cottbus untersucht und dokumentiert worden. In zum Teil mehr als drei Meter mächtigen Schichten konnten die Reste von dörflichen Siedlungen aus verschiedenen Epochen freigelegt werden. Auch mehrere Gräber aus unterschiedlichen Zeiten wurden in diesem Jahr bereits entdeckt.