Mit der Argonanlage sei es möglich, Entstehungszeiträume auf wenige hunderttausend Jahre einzugrenzen. „Gemessen am Alter der Erde von 4,5 Milliarden Jahren ist das für uns Geologen sehr präzise“, sagte Jörg Pfänder, Leiter des Freiberger Argonlabors an der TU Bergakademie Freiberg.

„Bei der Altersbestimmung mit unserer Forschungsanlage machen wir uns ein radioaktives Isotop zunutze, das von Natur aus im Gestein vorhanden ist, das Kalium-40“, erklärte Pfänder. „Bei seinem Zerfall entsteht Argon, das sich im Gestein ansammelt. Wie bei einer Sanduhr erlaubt die Menge von Argon Rückschlüsse auf das Alter des untersuchten Materials.“ Je mehr Argon es enthält, desto länger liege der Ursprung zurück. Das Gerät kostete rund 700.000 Euro und wurde zusammen mit zwei Privatunternehmen aus Deutschland und Großbritannien gebaut.

Die Geologen wollen nun beispielsweise die Entstehung des Himalaya-Gebirges besser verstehen lernen. Ihr Ziel ist es, genau zu bestimmen, wann und wie sich das Tibet-Plateau angehoben hat. Die Erkenntnisse sind nach Darstellung der Universität auch für Klimaforscher interessant, da die Entstehung von Gebirgen einen enormen Einfluss auf das weltweite Klima hatte. „Mit unseren Forschungen können bessere Modelle entwickelt werden, wie sich durch die Bewegungen der Erdkruste das Klima veränderte„, sagte Pfänder: „Damit werden auch unsere Voraussagen für die Zukunft genauer.“

dpa/oc