Selbst der gelegentliche Gebrauch von Raumsprays und Reinigungsmitteln in Sprühform kann das Asthmarisiko bei Erwachsenen deutlich verstärken. Nicht nur bei Raumpflegern, die täglich Kontakt mit solchen Mitteln haben, ist das Risiko für diese Erkrankung der Atemwege erhöht. Nur einmal in der Woche angewandt, kann schon der sporadische Einsatz im Privathaushalt diese Gefahr bergen. Davor warnt ein Team internationaler Forscher in der Fachzeitschrift „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“.
„Der regelmäßige Gebrauch von Haushaltsreinigungssprays ist möglicherweise ein wichtiger Risikofaktor für Asthma bei Erwachsenen“, erklären Jan-Paul Zock vom Instituto Municipal d'Investigació Médica in Barcelona und seine Kollegen. Den Reinigungsprodukten ausgesetzt zu sein, könne für etwa 15 Prozent der Asthmafälle verantwortlich sein – oder für rund einen von sieben Fällen.
Die Forscher hatten die Daten von mehr als 3500 Personen aus zehn europäischen Ländern analysiert, die an einer Langzeitstudie über Atemwegserkrankungen teilgenommen hatten. An 22 Zentren in zehn europäischen Ländern wurden die Patienten untersucht. Die Teilnehmer waren unter anderem über ihren Gebrauch von Reinigungsmitteln und zu Asthma, Keuchen und Allergien befragt und über einen Zeitraum von durchschnittlich neun Jahren weiter beobachtet worden. Zwei Drittel der Teilnehmer, die mit Sprühreinigern sauber machten, waren Frauen, rund sechs Prozent von ihnen entwickelten Asthma.
Mit der Zahl unterschiedlicher Reinigungssprays und der Häufigkeit ihrer Anwendung stieg das Asthmarisiko merklich an: Bei denjenigen, die diesen Mitteln regelmäßig ausgesetzt waren, beobachteten die Wissenschaftler eine dreißig bis fünfzig Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Atemwegserkrankung. Den stärksten Effekt hatten dabei Reinigungssprays wie Lufterfrischer, Möbelpolitur und Glasreiniger.
Die Studie hatte nicht das Ziel, die Mechanismen, die im Körper zur Entstehung von Asthma durch Sprühreiniger führen, zu entschlüsseln. Doch Jan-Paul Zock und seine Kollegen führen dennoch Hypothesen an. Die Sprays könnten, so die Wissenschaftler, Stoffe enthalten, die direkt Asthma auslösen. Oder aber sie könnten bestehende Asthma-Prozesse im Körper verstärken und so zur Atemnot führen. „Wir müssen nun unbedingt herausfinden, wodurch genau die gesundheitsschädigende Wirkung hervorgerufen wird und welche Mechanismen im Körper zur Asthma-Antwort führen“, so Zock.
Diese neuen Ergebnisse sind vor allem für Krankenhausärzte relevant. Da im Krankenhaus besonders große Mengen von Sprühreinigern verwendet werden und sich hier zudem viele geschwächte Personen aufhalten, sollten die Ärzte „daran denken, welche Folgen die Verwendung von Sprühreinigern für das Atemsystem haben kann“, so die Forscher.





