Gesundheit

Zu viel Fernsehen schlägt auf die Atmung

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Foto: pa

Je mehr Stunden Kinder täglich vor dem TV-Gerät verbringen, desto stärker sind sie gefährdet, an Asthma bronchiale zu erkranken. Davor warnen Lungenärzte von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, die sich auf eine italienische Studie berufen. Ein Grund: TV-Dauersehern neigen zu flacher Atmung.

Zu viel Fernsehen schlägt jungen Menschen indirekt auch auf die Atemwege. „Kinder, die pro Tag mehr als fünf Stunden fernsehen, haben ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko, an Asthma bronchiale zu erkranken, gegenüber Kindern, die täglich nur eine Stunde TV schauen“, berichtet Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie unter Berufung auf eine italienische Studie. Ein Grund dafür ist offensichtlich, dass junge TV-Dauerseher sich zu wenig bewegen und zu viel fett- und salzreiche Lebensmittel essen.


Aufgrund dieses Lebensstils leiden solche Kinder vermehrt an Übergewicht, was wiederum ein eigener Risikofaktor für Asthma ist, wie Köhler betont: „So wissen wir bereits, dass Asthma bei fettleibigen Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index (BMI) größer als 30 etwa doppelt so häufig auftritt.“ Eine ähnliche Tendenz sei auch bei Kindern zu beobachten. Zudem müssten Übergewichtige grundsätzlich mehr Atemarbeit leisten. Gleichzeitig seien sie oft untrainierter als Normalgewichtige, so dass auch ihre Atemmuskulatur weniger leistungsfähig sei.

Wer überwiegend passiv über viele Stunden vor dem Fernseher oder Computer sitze, neige außerdem zu einer vergleichsweise flachen Atmung, erklärt der Experte. Dies wirke sich negativ vor allem auf Kinderlungen aus, die sich noch in der Entwicklung und im Wachstum befänden: „Bei Bewegungsmangel fehlen die tieferen Atemzüge, wie sie bei körperlicher Belastung gemacht werden“, betont Köhler.

Dadurch werde die Lunge im Vergleich zu sportlichen Kindern weniger trainiert, so dass die Betroffenen nicht die Lungenfunktionswerte entwickeln könnten, die potenziell möglich wären. Darüber hinaus werde die Lunge bei Bewegungsmangel auch zu wenig belüftet und neige dann eher zu Infekten. Das erhöhe zusätzlich das Risiko für die Entwicklung von chronischen Atemwegserkrankungen, erklärt der Mediziner. Regelmäßiger Sport kann nach seinen Angaben die Lungenfunktion bei jungen Asthmatikern verbessern.

Weiterführende Informationen im Netz: http://www.lungenaerzte-im-netz.de

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