Werbe-Mails

Spam-Versender muss vier Jahre ins Gefängnis

In den USA hat ein Bundesgericht einen notorischen Spam-Versender zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Der 64-jährige Alan Ralsky hat sich schuldig bekannt: Er beeinflusste mit Massen-E-Mails die Kurse chinesischer Aktien – und verdiente damit zeitweise Millionen.

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Ein US-Bundesgericht hat einen Spammer zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mail-Versender hatte versucht, mit Massen-E-Mails die Kursentwicklung chinesischer Aktien zu manipulieren.

Der 64-jährige Alan Ralsky, der als einer der weltweit größten Versender von Spam-Mails galt, hatte sich in dem Verfahren schuldig bekannt. Er soll nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Sommer 2005 knapp drei Millionen Dollar eingenommen haben, indem er mit seinen Spam-Mails die Kurse chinesischer Aktien künstlich aufgebläht hatte. In dem Prozess waren insgesamt elf Personen angeklagt.

Laut früheren Medienberichten hatte sich Ralsky billige China-Aktien gekauft und anschließend in den Mails beworben. So steigerte er laut den Ermittlern die Nachfrage nach den Wertpapieren künstlich. Er verkaufte Aktien anschließend mit Gewinn weiter.

Im Oktober 2009 war der selbst ernannte Spam-König Sanford Wallace in den USA verurteilt worden. Wallace muss der Internet-Plattform Facebook 711 Millionen Dollar (480 Millionen Euro) zahlen, weil er massenweise unerwünschte Werbemails verschickt hatte. Es sei unwahrscheinlich, dass insolvente Wallace die gerichtlich festgesetzte Summe tatsächlich überweise, sagte Sam O'Rourke, ein juristischer Vertreter von Facebook. Dennoch hoffe das Unternehmen, dass das Urteil abschreckend wirke.

Facebook hatte den Daten-Piraten Wallace in seiner Klage als „notorischen Internet-Gauner“ bezeichnet. Auch Wallace war wie Ralsky seit Mitte der 90er-Jahre im Spam-Geschäft aktiv.