Gesichtserkennung

Taylor Swift lässt bei Konzert heimlich ihre Fans scannen

Die Fans wussten nichts davon: Bei einem Taylor-Swift-Konzert wurden die Gesichter von Besuchern gescannt. Das hat einen guten Grund.

Taylor Swift wurde mehrfach Opfer von Stalking.

Taylor Swift wurde mehrfach Opfer von Stalking.

Foto: John Salangsang / dpa

Pasadena.  Die Fans dachten, sie schauen sich Videos von Konzertproben an. Doch eine versteckte Kamera hinter einem Display filmte ihre Gesichter.

Bei einem Konzert von Taylor Swift wurden offenbar die Besucher gescannt – ohne dass die etwas davon wussten. Das sagte der Sicherheitsexperte Mike Downing dem Musikmagazin „Rolling Stone“ am Donnerstag (Ortszeit).

Der Experte arbeite in leitender Funktion für ein Unternehmen, das große Konzerthallen wie den Madison Square Garden in New York in Sicherheitsfragen berät.

Die versteckten Kameras wurden offenbar eingesetzt, um Stalker zu identifizieren. Laut Downing, der nach eigener Aussage bei dem Swift-Konzert im kalifornischen Pasadena vor Ort war, wurden die Daten an einen Kontrollposten in Nashville gesendet. Dort habe man sie mit einer Datenbank abgeglichen, in der die Gesichter von Hunderten Stalkern der US-Sängerin gespeichert sind.

Die 29-Jährige hatte in der Vergangenheit mit massiven Stalking-Attacken zu kämpfen. Auch Sandra Bullock und Rihanna sind betroffen.

Experten kritisieren Gesichtserkennung

Software zur Gesichtserkennung wird bei Konzerten und Sportveranstaltungen immer öfter genutzt. Kritiker sind besorgt über die Auswirkungen. Die Technologie sei nicht perfekt und könne Unschuldige treffen, sagte Jay Stanley von der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) dem britischen „Guardian“. Fraglich sei auch, wie mit den gesammelten Daten umgegangen werde, ob sie gespeichert oder weitergegeben würden.

Laut einer Studie der Georgetown University aus dem Jahr 2016 sind die Gesichter von rund 117 Millionen Menschen bereits in Datenbanken gespeichert. Swifts Management hat auf Medienanfragen zu den Vorwürfen bisher nicht reagiert. (dpa/jha)