Sportler

Tennis-Legende Boris Becker fühlt sich „nicht als Deutscher“

Boris Becker rechnet mit seiner Heimat ab. Die Tennis-Legende will nicht nach Deutschland zurückkehren. Eine Erklärung hat Becker auch.

Berlin.  Die „Becker-Faust“ kennen nicht nur Tennis-Fans: In seiner Zeit als Wimbledon-Sieger wurde Boris Becker in Deutschland wie ein Held gefeiert, mehrmals als deutscher Sportler des Jahres ausgezeichnet. Zuletzt sorgte er aber nicht mit seiner Karriere, sondern mit einem laufenden Insolvenzverfahren in England für Negativschlagzeilen .

Dabei räumte die Tennis-Legende nun in der Zeitschrift Gala auch eigene Fehler ein. „Vielleicht habe ich auch mich als Person, meinen Namen, meine Marke unterschätzt – was alles passieren kann, wenn Fehler passieren“, sagte Becker. Daraus habe er aber seine Lehren gezogen.

Mit seinen Kindern habe er über das Verfahren gesprochen, so Becker. Natürlich auch mit Ehefrau Lilly. „Es gab ehrliche und laute Diskussionen, in denen ich gefragt wurde: ‘Was ist denn da los?’ Natürlich habe ich dann die Wahrheit gesagt, die der andere manchmal aber nicht hören möchte.“

Zwiespältiges Verhältnis zu Deutschland

In dem Gespräch mit der Gala rechnet Becker, der am 22. November 50 Jahre alt wird, auch mit seiner Heimat ab. Eine Rückkehr nach Deutschland hält er für unwahrscheinlich. „Ich werde wohl nicht mehr nach Deutschland zurückkommen (...) Ich habe einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher. Mein Zuhause ist London“, so der 49-Jährige, der seit knapp zehn Jahren in der britischen Hauptstadt wohnt.

Eine Erklärung für das zwiespältige Verhältnis liefert Boris Becker auch. So seien seine ersten 17 Jahre in Deutschland zwar behütet gewesen, allerdings habe sich das am 7. Juli 1985 mit dem Matchball in Wimbledon verändert. Seitdem werde sein Name in Deutschland instrumentalisiert, „im Positiven wie im Negativen.“ (jha)