Erstes Album

Entertainer Hape Kerkeling singt nun auch noch

Moderator, Komiker, Buchautor - und jetzt auch noch Sänger. An diesem Freitag veröffentlicht Hape Kerkeling sein erstes Album. Es ist eine Platte mit alten Schlagern und überraschenden Duetten.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Jetzt singt er auch noch! Diesen Seufzer stößt bei ihm wohl kaum jemand aus, denn seine Fans – und das sind im deutschsprachigen Raum viele – sind froh, wenn er überhaupt noch in Erscheinung tritt. Die Rede ist von Hape Kerkeling, dem seit Loriot wahrscheinlich konsensfähigsten Komiker der Republik. Der Moderator und Autor, der im Dezember 50 wird, bringt an diesem Freitag ein nostalgisches Album mit alten Schlagern heraus. „Ich lasse mir das Singen nicht verbieten“, so der Titel der Platte.

„Eigentlich wollte ich schon immer Schlagersänger werden“, sagt Kerkeling. Sein Herz schlage nun mal für die Musik. „Auf meinen Live-Tourneen bestand die Hälfte des Programms aus Musik – von Liedern des Eurovision Song Contests über selbstgeschriebene Songs bis zu italienischen Schnulzen, deutschen Schlagern oder Parodien auf holländische Liedermacher.“

Und auch in seinen Fernsehshows habe er jede Gelegenheit genutzt, um zu singen. „Und dies ist jetzt das erste Album, auf dem ich mich ernsthaft dem Unterhaltungsschlager widme – so ernsthaft eben ein Unterhaltungsschlager-Album sein kann.“ Eine „wirklich beeindruckende Erfahrung“ sei es gewesen, dass das renommierte Deutsche Filmorchester Babelsberg für ihn die Titel eingespielt hat. Und Hape hat noch mehr Gründe, sich wie ein Kind über das Projekt zu freuen. Im Interview verrät er, seit fast 40 Jahren von einem Duett mit Mary Roos geträumt zu haben: „Seitdem sie damals mit Kermit gesungen hat in der „Muppet-Show“. Mit Roos singt Kerkeling das Lied „How Do You Do“.

Weitere Duette gibt es mit Showmasterin Michelle Hunziker, Texas-Lightning-Frontfrau Jane Comerford und der Moderatorin Kim Fisher. Mit einem wahren Feuer-Werk beginnt die Platte: und zwar tatsächlich mit „Feuer“. Dieses Lied sang Ireen Sheer beim Grand Prix Eurovision de la Chanson 1978 in Paris und holte für Deutschland Platz sechs. Mit der schwulen, bewusst von Mann zu Mann gesungenen „Feuer“-Version setzt Kerkeling ein kleines Zeichen gegen Homophobie und Homosexuellen-Verfolgung. Viele der Schlager – etwa „Schmidtchen Schleicher“, „Jetzt geht die Party richtig los“ oder „Herzen haben keine Fenster“ – wecken bei Kerkeling Erinnerungen an Kindheit und Jugend und Familienfeiern damals. Zunächst hoffe er, mehr als 300 Stück von der CD zu verkaufen – mehr als bei einer LP, die er im Jahr 1982 mit seiner Schüler-Band „Gesundfutter“ aufnahm.

Das dürfte kein Problem werden, zumal Deutschland bekanntlich im Schlagerboom steckt. Wen er von dessen Königinnen bevorzuge – Helene Fischer oder Andrea Berg – beantwortet Kerkeling ganz diplomatisch. „Ich sage dazu nichts, außer dass natürlich beide Damen Top-Granaten des Schlagers sind.“ Eine Tournee als Schlagersänger plant Hape Kerkeling übrigens „noch nicht“.