25 Zentimeter ist er hoch, 900 Gramm und 18 Karat schwer – und einer der beliebtesten Preise des deutschen Fernsehens. Die Goldene Kamera, der Film- und Fernseh-Award der Zeitschrift „Hörzu“. Prestige, Ruhm und Aufmerksamkeit waren den Gästen des Abends auch am Sonnabendabend, als die Verleihung zum 49. Mal in Berlin stattfand, garantiert.

Nach Berlin-Stationen in der Deutschlandhalle, dem Martin Gropius Bau, dem Deutschen Theater, dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt und zuletzt der Ullstein-Halle im Verlagshaus der Axel Springer AG wurde die Goldene Kamera in diesem Jahr zum 49. Mal überhaupt, aber zum ersten Mal in Hangar 6 und 7 des ehemaligen Flughafens vergeben.

Am Check-in-Schalter - auch bekannt als roter Teppich - hatten sich deshalb internationale Prominente wie die Schauspieler Matthew McConaughey mit seiner Frau Camila Alves, Andie MacDowell, Ornella Muti, Gwyneth Paltrow und Diane Keaton versammelt, um ihre Preise entgegen zu nehmen. Oder zumindest, um den Kollegen zu diesen zu gratulieren.

Maximilian Schells Tod überschattete den Abend

Passend zur neuen Location war Comedian und Moderator Wigald Boning im Kapitänsoutfit gekommen. Schuld daran war Designer Guido Maria Kretschmer, der in der Kategorie Beste Unterhaltung ausgezeichnet wurde - und mit dem Boning für dessen Sendung eine Uniformfabrik besucht hatte. "Ich bin nach dem Treffen zu einem 'Shopping Queen'-Fan geworden", so Boning.

Unter den Gästen waren auch Martina Gedeck, Roberto Blanco, Dietmar Bär, Klaus J. Behrendt, Reinhold Beckmann, Gedeon Burkhard, Howard Carpendale, Katja Flint, Martina Gedeck, Heinz Hoenig, Henry Hübchen, Hannes Jaenicke, Monica Lierhaus und Heike Makatsch.

Viele von ihnen zeigten sich vor der Gala betroffen über den Tod von Oscar-Preisträger Maximilian Schell. Fernsehproduzent Dieter Wedel würdigte den Schauspieler, der am Sonnabend mit 83 Jahren gestorben war, als „charismatische Persönlichkeit“ und „großartigen Typen“.

Preise für Bendzko, Uhl, McConaughey und Keaton

Schauspieler Oliver Wnuk und seine Freundin, die Sängerin und werdende Mutter Yvonne Catterfeld, erfuhren erst auf dem roten Teppich vom Tode Schells. Beide zeigten sich schockiert. „Er und natürlich auch seine Schwester sind Ikonen des Films gewesen. Es ist traurig, dass er von uns gegangen ist“, sagte Wnuk. „Besonders, weil er ja gerade erst geheiratet hat.“ Auch Armin Rohde sagte: „Schell war ein ganz Großer in seinem Metier. Aber er war eben auch in einem Alter, in dem man die Erde verlässt. Ich denke, dass da auch oben im Himmel großartige Filme gedreht werden – ich wünsche es ihm.“

Um großartige Filme und Leistungen ging es auch im Verlauf des Abends. Anmoderiert von Michelle Hunziker und Hape Kerkeling wurden neben Sänger Tim Bendzko, der in der Kategorie Beste Musik National ausgezeichnet wurde, und Nadja Uhl, die als Beste Schauspielerin geehrt wurde, auch Matthew McConaughey als Bester Schauspieler International und Diane Keaton für das Lebenswerk International gewürdigt.

Den Preis nahm die Schauspielerin aus der Hand ihrer Kollegin und guten Freundin Andie MacDowell entgegen, die zu diesem Anlass extra nach Berlin gekommen war. "Das ist zu viel, ich freue mich sehr", freute sich Keaton und ließ in ihrer Dankesrede vor allem all die schönen Männer Revue passieren, mit denen sie in ihren bisher 62 Filmen zusammengearbeitet hat.

Horst Lichter erhielt Publikumspreis als bester TV-Koch

In der Kategorie Lebenswerk Musik wurde die US-amerikanische Soul-, Funk- und Disco-Band Kool & the Gang ausgezeichnet. Der Preis für das Lebenswerk ging an Bruno Ganz, der sich bei der Jury für "das glitzerige Dings" und bei seiner Laudatorin Senta Berger "für die recht schmeichelhafte, aber doch wahre Rede" bedankte.

Während viele Preisträger bereits vor der Verleihung festgestanden hatten, wusste Thomas Thieme, der die Goldene Kamera als Bester Schauspieler erhielt, sowie das Team des dreiteiligen Weltkriegsdramas „Unsere Mütter, unsere Väter" - ausgezeichnet für den Besten Fernsehfilm - noch nichts von ihrem Glück. Besonders gerührt und überrascht zeigte sich Horst Lichter, der mit dem traditionellen Publikumspreis der „Hörzu“-Leser als „Bester TV-Koch“ ausgezeichnet wurde.

Zur Jury gehörten bei der Goldenen Kamera 2014 neben „Hörzu“-Chefredakteur Christian Hellmann die Schauspieler Iris Berben und Til Schweiger, Moderatorin Sandra Maischberger, Komikerin Martina Hill, Regisseur und Produzent Nico Hofmann sowie die stellvertretende „Hörzu“-Chefredakteurin Julia Brinckman und die stellvertretende Ressortleiterin „Hörzu“ Aktuelles, Sabine Goertz-Ulrich.

Die Nachricht des Abends überbrachte Jochen Beckmann, Verlagsgeschäftsführer Frauen- und Programmzeitschriften der Axel Springer AG. Bevor die Live-Übertragung startete, verkündete er dem Publikum den Abschied der Goldenen Kamera aus Berlin. Die 50. Verleihung wird 2015 in Hamburg stattfinden – ein Event im Hafen, künftig von der Funke Mediengruppe, dem von der Axel Springer AG gewünschten baldigen Besitzer der „Hörzu“, veranstaltet.