Schlagermusik

Wenn Helene Fischer mit Fans Weihnachten in Berlin feiert

| Lesedauer: 5 Minuten
Annika Schönstädt

Sie ist bei Google die meistgesuchte Frau Deutschlands. Im Berliner Velodrom hat Schlagersängerin Helene Fischer nun ihre Weihnachtsshow aufgezeichnet. Die Fans waren begeistert.

Helene Fischer war laut Google in diesem Jahr die meistgesuchte Person Deutschlands. Ein Bild davon, was das für Menschen sind, die das Leben der Schlagersängerin im Internet so aufmerksam verfolgen, bekommt man bei der Aufzeichnung der „Helene-Fischer-Show“ im Velodrom in Prenzlauer Berg.

Knapp zwei Wochen vor der Ausstrahlung des Fernsehspektakels am ersten Weihnachtsfeiertag im ZDF (25. Dezember 2013, 20.15 Uhr) strömen an zwei Abenden hintereinander etwa 10.000 Fans der 29-Jährigen in die Veranstaltungshalle, um die ausgebildete Musicaldarstellerin einmal live zu erleben. Vor allem Frauen mittleren Alters, viele von ihnen stark geschminkt und mit bunt gefärbten Haaren, drängeln sich vor dem Fanshop in der Eingangshalle. Einige von ihnen sehen aus, als würden sie ihrem Idol vor allem optisch nacheifern. Aber auch Männer mit Mut zum Helene-Fischer-Shirt sind dabei.

„Sie strahlt so viel Herzlichkeit aus. Selbst wenn sie in einem riesigen Saal auftritt, habe ich immer das Gefühl, sie spricht direkt mit mir. Sie ist einfach die Königin“, sagt Merlin, der für die Show extra aus München angereist ist. Seine Leidenschaft ist ihm auch im Büro nicht peinlich. Dort steht auf seinem Schreibtisch eine Helene-Fischer-Tasse.

Vor der Tür tobt der Kampf um die letzten Karten

Vor der Tür tobt derweil der Kampf um die letzten Karten. Denn auch diese dritte Ausgabe der Weihnachtsshow war bereits innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Gegen 19.30 Uhr werden die Zuschauer gebeten, ihre Plätze einzunehmen, schließlich soll die Aufzeichnung pünktlich beginnen. Die Halle ist in rosa- und lilafarbenes Licht getaucht. Freundinnen knipsen mit ihren Handys Selfies vor der Bonbon-Kulisse, Pärchen im selbst gestalteten Fan-Shirt-Partnerlook begeben sich in Kuschelposition, und die Platzanweiser befüllen eilig leer gebliebene Einzelplätze in den ersten Reihen.

Langsam wird das Publikum unruhig. Seit Monaten hat es auf diesen Moment gewartet. Doch bevor Helene Fischer an diesem Abend zum ersten Mal die Bühne betritt, wird noch beinahe eine Stunde vergehen. Nach Partyhits aus der Konserve hat zunächst Aljoscha Höhn seinen großen Auftritt. Der Moderator ist das Warm-up vor der eigentlichen Show. Seine Aufgabe ist es, das Publikum in Stimmung zu bringen. Dafür lässt er die Gäste La-Ola-Wellen und Sprechchöre vollführen. Außerdem müssen drei Phasen des Applauses einstudiert werden: vom einfachen Klatschen bis zu völliger Ekstase.

„Zeigt mir, dass ihr gut drauf seid“, schreit er immer wieder in die Menge. Die Fans lassen alles bereitwillig über sich ergehen. Erst als dann auch noch der Trailer für die Sendung aufgezeichnet werden soll, für den es absoluter Ruhe bedarf, macht sich Unmut breit. Der Moderator reagiert gereizt, als einige Zuschauer immer wieder in die Anmoderation hineinrufen.

So sieht das Weihnachtsfest im Hause Fischer/Silbereisen aus

Um kurz vor 21 Uhr singt Helene Fischer dann endlich zum ersten Mal. Der Anfang der Show ist das jedoch noch immer nicht. Weil ein Kinderdarsteller aus dem Musical „Tarzan“ zeitig ins Bett muss, wird ein Stück aus der Mitte der Sendung vorgezogen. Mit Fischers Abmoderation des Showacts ist die Stimme aus dem Off jedoch nicht hundertprozentig zufrieden. Das Ganze muss noch einmal wiederholt werden. Bis Licht, Bühnenaufbau und Pose wieder exakt stimmen, vergehen weitere zehn Minuten des Wartens. Erst dann darf Helene Fischer ihr Publikum endlich begrüßen. „Mein schönstes Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr ist dieser Abend hier mit Ihnen“, sagt sie, und die Halle tobt.

Sieben Stunden dauert es am Ende, bis die dreistündige Show im Kasten ist. Doch einen echten Fan kann das nicht schrecken. Je mehr Helene, desto besser. Und immerhin bekommen sie in dieser Zeit Duette mit Howard Carpendale, Peter Kraus und Max Raabe, Comedy-Einlagen mit Otto Waalkes und akrobatische Höchstleistungen von ihrer Helene geboten. Die hat dafür seit Monaten trainiert und geprobt.

Trotzdem scheint auch sie nach ihrem Moderationsmarathon noch nicht genug von sich selbst bekommen zu können. Am 25. Dezember wird sie zusammen mit ihren Liebsten vor dem Fernseher sitzen und sich das Ergebnis ihrer Arbeit anschauen. „Ich werde – wie in den letzten Jahren auch – die Show gemeinsam mit meiner Familie und mit Florians Familie sehen. Das ist mittlerweile auch schon irgendwie Tradition“, sagt sie. „Das ist ein wunderschöner Abend. Man isst zuvor, und das ist dann auch für uns ein Familienfest.“ Die Fans scheinen also Recht zu behalten, wenn sie sagen: Die Helene ist eine von uns. Denn offenbar sieht das Weihnachtsfest im Hause Fischer/Silbereisen ganz genau so aus wie bei ihnen auch.

Die Helene-Fischer-Show, ZDF, am 25. Dezember 2013 um 20.15 Uhr

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