Berlin-Besuch

Lady Gaga verzückt im Berghain ihre „kleinen Monster“

Der Bart erinnerte an Salvador Dalí. Sängerin Lady Gaga trug bei ihrem Auftritt im Berliner Club Berghain ansonsten: wenig. Die Fans, von ihr „kleine Monster“ genannt, waren begeistert.

Auch wenn sie statt in einem Friedrichshainer Hostel lieber im Hotel Ritz-Carlton am Potsdamer Platz übernachtet – eines hat Lady Gaga doch mit vielen jungen Berlin-Besuchern gemeinsam, die jedes Wochenende in die deutsche Hauptstadt kommen, um zu feiern: Eine Nacht im Berghain ist das angestrebte höchste Ziel des Aufenthalts.

Sie kam in schwarzer Unterwäsche und mit Schnurrbart. Von wegen Hüft-OP: Lady Gaga turnte am Donnerstagabend bei der Vorstellung ihres neuen Albums „Artpop“ wie eine Gogo-Tänzerin durch das Berliner Berghain, dessen Partys sie von früher kennt. Für ihren „Lieblings-Fetischclub“ habe sie ihr „Lieblings-Fetisch-Outfit“ ausgewählt, erzählte sie vor einer Wand aus Kameras. Und: „Deutschland hat mich schon immer inspiriert.“

Während eine Stunde lang Elektro-Pop durch die Kraftwerk-Halle dröhnte, dass die Hornbrillen im Publikum wackelten, tanzte Lady Gaga auf einem Podest im Gewühl. Zwischendurch saß sie auf einer Couch und trank Dosenlimo neben kaugummikauenden Bodyguards. Sie unterhielt sich mit Fans und Freunden – zum Publikum sprach sie dabei nur wenig.

Für die Fans aber, die in schriller Kleidung und Schminke gekommen waren, war es trotzdem ein besonderer Abend – unter ihnen waren Schauspieler Jochen Schropp, Modedesigner Michael Michalsky, Sohn von Boris Becker, Noah Becker, mit Freundin, Sänger Wilson Gonzales, und das Topmodel Sara Nuru sowie Sängerin Ivy Quainoo.

Sie alle konnten das neue Album im Beisein der 27-Jährigen hören – und viele sangen bereits mit. Die Musik hat stark hämmernde Beats – sicher ein weiterer Grund, warum Gaga das Berghain ausgesucht hat. Die Türsteher jedenfalls waren noch strenger als an einem Klubnacht-Wochenende. Wie am Flughafen mussten sogar Schuhe ausgezogen werden.

Schon im Jahr 2010 war sie in Berlin im Berghain gewesen und hatte dort Inspiration für ihr letztes Album bekommen. Der Song „S*****e“ sei damals entstanden, sagte sie. Für das exklusive Event gab es zuvor keine Karten zu kaufen. Am Ende des Abends sang sie doch noch einen Song live: „Gypsy“. Für alle, die nicht dabei gewesen sind, wird das Konzert auf diese Weise eine urbane Legende bleiben. So, wie es sich für eine Nacht im Berghain gehört.

Nach ihrer Operation im Winter hatte die 27-Jährige pausiert. Es war zeitweise ungewohnt ruhig um sie, selbst im Internet bei Twitter. Das ist längst wieder anders. Die PR-Maschine für ihr drittes Album, das am 8. November 2013 erscheint, rollt. Ihre Single „Applause“ rangiert auf Platz 8 der US-Charts. Sie bastelt am Comeback und am Image, ein Gesamtkunstwerk zu sein.