Eva Padberg und Niklas Worgt wirken wie ein Paar, das in sich selber ruht: unaufgeregt und vertraut. Seit 17 Jahren sind das Model und der Technoproduzent zusammen, seit acht Jahren machen sie gemeinsam Musik. Trotzdem werden auch bei ihrem vierten Album „Smoke“, das an diesem Freitag (27. September 2013) erscheint, wieder viele Menschen erstaunt sein, dass Eva Padberg tatsächlich singen und Songtexte schreiben kann und dass es sich bei ihrem Projekt Dapayk & Padberg wirklich um erst zu nehmende elektronische Musik handelt. Eine Reaktion, mit dem sich das Duo im Laufe der Jahre abgefunden hat. „Es ist uns egaler. Wir wissen, dass wir keine Eintagsfliege sind und stehen zu dem Sound, den wir machen“, sagt Eva Padberg.
Zumindest in der Berliner Musikszene sind Dapayk & Padberg mittlerweile etabliert. Das letzte Album „Sweet Nothings“ erschien 2012 bei Oliver Koletzkis Label Stil vor Talent. Kritiker, die sich an einem singenden Model stören, gäbe es nur noch wenige.
„Ich mache so viele verschiedene Dinge. Wenn man mir wegen dieses Projekts Kredibilität absprechen will, dann muss man sich meine andere Musik anhören. Ich glaube, die können mir gar nix“, sagt Niklas Worgt, der seit den 90er Jahren solo als Dapayk erfolgreich ist und mit Mo’s Ferry Productions sein eigenes Label gegründet hat.
Diese Künstler verstehen sich wortlos
Die Musik von Dapayk & Padberg funktioniert vor allem deshalb so gut, weil sich die beiden Protagonisten fast wortlos verstehen. „Wir kennen uns so gut, dass wir genau wissen, was der andere mag. Wir haben auch musikalisch unseren gemeinsamen Weg gefunden“, so Eva Padberg. Die Vermischung von Arbeit und Privatleben habe ihnen deshalb als Paar nie geschadet. „Wir haben bei der gemeinsamen Arbeit so gut wie nie Differenzen. Und wenn doch, dann geht das immer sehr schnell vorbei. Wir gehen uns nicht gegenseitig auf den Sack. Es ist eher das Gegenteil. Je mehr Zeit wir miteinander verbringen, desto besser wird es.“
Bei dieser gemeinsamen Arbeit hat jeder seine ganz klar definierten Arbeitsbereiche. „Niklas macht die Produktion, den Songaufbau“, sagt Eva Padberg. „Sein Part ist das nerdige. Meins ist eher das Emotionale. Dieses Mal habe ich die Lyrics geschrieben und die Vocals gesungen.“ Überhaupt sei ihr Anteil mit den Jahren immer größer geworden. „Weil wir uns mittlerweile mehr aneinander gewöhnt haben. Nicht als Paar, aber musikalisch. Niklas weiß sehr gut, mit welcher Musik er bei mir Emotionen auslösen kann. Aber wenn mir etwas gar nicht gefällt, dann kommt das auch nicht aufs Album.“
Weg vom Berliner Clubsound
Mit „Smoke“ bewegen sich Dapayk & Padberg nun erstmals weg vom typischen Berliner Clubsound, hin zu düsteren atmosphärischen Klängen. Schuld daran ist nicht nur der schottische Nieselregen, dem sich das Paar während der Produktion für zehn Tage ausgesetzt hat, sondern auch das Erwachsenwerden. „Niklas ist zwar sehr viel mit seiner Musik unterwegs, aber sonst sind wir sehr häuslich geworden“, sagt Eva Padberg. „Wir haben gerade ein Haus in der Uckermark gekauft und ich koche total gerne Marmelade ein und backe.“ Trotz der neuen Gemütlichkeit kommt ein Umzug vorerst aber nicht in Frage.
„Das ist ein Wochenendhaus“, betont Niklas Worgt und Eva Padberg fügt hinzu: „Ich finde, ein Merkmal unserer Generation ist es, dass wir zwar häuslich werden, aber auf die coole Art und Weise.“ Deshalb geht es mit „Smoke“ in den kommenden Monaten auch auf Clubtour – und dort soll natürlich getanzt werden. „Ich würde mir wünschen, dass unser Liveset die Leute trotzdem zum Tanzen animiert. Sie sollen sich ja nicht langweilen. Wir müssen da so ein Zwischending finden.“
„Es kann richtig gut werden“
In den vergangenen zwei Jahren hatte das Duo mit Liveauftritten pausiert. Der Grund dafür war vor allem die große Differenz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung. „Wir hatten eine gewisse Trotzigkeit gegenüber den Veranstaltern entwickelt, die oft dachten, sie machen so ein Promi-Booking. Das ist einfach nicht unser Ding und wir wollten darüber nicht mehr diskutieren“, sagt Eva Padberg und Niklas Worgt fügt hinzu: „In der Vergangenheit gab es Konzerte, da war auf den Plakaten mein Name weggestrichen und ich war nicht mehr auf dem Bild.
Da stand dann nur noch Padberg live. Das ist natürlich frustrierend.“ Mit der kommenden Tour wagen die beiden jetzt also einen Neuanfang und setzen auf die eigene Erfahrung und vertraute Clubbetreiber. „Das kann richtig gut werden oder richtig scheiße“, sagt Niklas Worgt. Und wenn es ihnen dann doch wieder reichen sollte, gibt es ja immer noch das Haus in der Uckermark.



