Neue RTL-Show

Jauch und Gottschalk treten gegen 500 Menschen an

| Lesedauer: 5 Minuten
Laura Fölmer und Andreas Rosenfelder

Foto: Andreas Friese/RTL

„Die 2 - Gottschalk & Jauch gegen Alle“ - Heute startet die gemeinsame TV-Show von Günther Jauch und Thomas Gottschalk auf RTL. In einer Interviewrunde verrieten die Moderatoren erste Details.

Es scheint fast so, als wüssten Günther Jauch und Thomas Gottschalk selbst nicht so genau, was da auf sie zukommt. Aber das sei ja immerhin auch ein wenig so gewollt oder gar gewünscht von den Machern der neuen Show „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen Alle“, sagt Günther Jauch beschwichtigend. Am Montag (20.15 Uhr) startet die neue Unterhaltungssendung beim Privatsender RTL.

Auch wenn beide zugeben, nicht viel von der Show zu wissen, sind Jauch und Gottschalk an diesem Tag zum Interview ins Hotel „Das Stue“ am Berliner Tiergarten gekommen, um sich den Fragen einer Journalisten-Schar zu stellen – Gottschalk im dunkelbraunen T-Shirt, wie direkt aus Malibu eingeflogen, Jauch gewohnt konservativ im gestreiften Hemd.

500 Menschen können per SMS mitmachen

„Ich bin der Hübsche, Günther der Kluge“, stellt Thomas Gottschalk gleich zu Beginn in der Interview-Runde klar, als es darum geht, ob es eine klare Rollenverteilung bei der Show gibt, die von Barbara Schöneberger moderiert wird. Der 63-Jährige kennt seinen Show-Kollegen seit 1985 durch die gemeinsamen Zeit beim Radiosender Bayern 3. Später, Ende der 80er-Jahre, moderierten sie mit großem Erfolg die Nachmittagsshow „Die 2 im Zweiten“ im ZDF. Dass sie nebeneinander funktioniert haben, steht also außer Frage. Aber ob das auch heute noch ein Erfolgsgarant ist, scheinen beide nicht so genau einschätzen zu können.

„Wir wollen’s noch mal wissen, und ich gehe davon aus, dass wir die Leute damit erfreuen“, meint Thomas Gottschalk. Erfreuen wollen die beiden Moderatoren in diesem Fall ihre Zuschauer mit einer Unterhaltungs-Show, in der sie gemeinsam gegen 500 Menschen im Saal beziehungsweise ganz Deutschland antreten, die per SMS mitmachen können. Ein Duell, das „eine Mischung aus Wissensaufgaben, Schätzaufgaben und Aktionen“ werden soll, erklärt Günther Jauch. Viel mehr könne er kaum dazu sagen.

Scheitern kann unterhaltsamer sein als Gewinnen

Nichts, was seinen Kollegen Thomas Gottschalk stört – sondern eher erfreut. „Mir wird ja immer vorgeworfen, dass ich unvorbereitet zu meinen Arbeitseinsätzen erscheine“, sagt der Show-Master in der Interview-Runde. Nun dürfe er immerhin offiziell ins Studio kommen und sagen: „Ich bin wie gewünscht unvorbereitet.“ Dabei sei wichtig, dass die Show sich nicht zu einer „Besserwisserveranstaltung“ entwickeln würde, in der „zwei Kerle beweisen wollen, wie schlau sie sind“, meint Gottschalk – und hat auch eine Begründung dafür.

„Ich habe in langjähriger Fernseharbeit erkannt, dass die Zuschauer nichts mehr hassen als Klugscheißer. Das Interesse der Zuschauer, zwei leuchtende Geistesgrößen zu sehen, ist begrenzt.“ Er ist sich sicher: Das Scheitern der beiden Moderatoren im Wettkampf mit den Zuschauern könne im Einzelfall lustiger, launiger und fröhlicher sein als das Gewinnen. „Die Ur-Reflexe der Fernsehunterhaltung, die funktioniert haben seit Peter Frankenfeld, die Reflexe der Schadenfreude, aber auch des Mitleids – die funktionieren auch noch heute.“

Die x-te Talent- und Wissens-Show

Doch bei all dem, was wohlmöglich auch noch heute im Unterhaltungsfernsehen funktioniert, bleibt für die Journalisten eine große Frage im Raum stehen: Es ist die x-te Talent-Show, die x-te Wissens-Show. Braucht Deutschland eine Show wie diese tatsächlich noch? Sowohl Gottschalk als auch Jauch sehen das sehr diplomatisch.

„Zwei Herren wie wir sehen so was anders als ein junger Mensch, der eine Patisserielehre in Paris hinter sich hat“, sagt Gottschalk. Man dürfe nicht versuchen, „unglaublich innovativ daher zu kommen“, indem man seinen Facebook-Account in den Mittelpunkt der Sendung stelle. „Ich mache, was ich kann.

Und solange RTL der Meinung ist, dass mit mir noch was zu erben ist, geht das in Ordnung“, so Gottschalk, dessen Talkshow „Gottschalk live“ bei der ARD zuletzt nach nur einem halben Jahr wieder eingestellt wurde. „Ich komme nicht aus einer tiefen Depression und habe nicht meinen guten Freund Günther nicht gebeten, mich wie St. Christophorus Huckepack zu nehmen, damit das Christkind noch einmal den tiefen Fluss überquert.“

Jauch will sich auch bei Ablehnung nicht verstecken

Auf die Frage, ob Günther Jauch nicht Angst habe, von Thomas Gottschalk „in die Tiefe gerissen zu werden“, betont dieser, er würde das ganze „weniger pathetisch“ sehen. Darüber, dass die Zuschauer das Format auch ablehnen könnten, ist sich 57-Jährige jedoch bewusst. Im Umkehrschluss würde dies jedoch nicht bedeuten, dass dann Kollege Gottschalk „sich den Canyon runterstützt und ich mich im Schlosspark Sanssouci verstecke“, versichert Jauch.

Er sehe das nicht so existenziell, wie man es ihm ständig einzureden versuche. Auch Gottschalk sieht die Situation gelassen und scheint sich mental immerhin schon einmal auf kritische Stimmen einzustellen. „Wir haben gestern kurz zusammen gesessen und wir könnten die Kritik der Sendung heute schon schreiben“, sagt er. „Insofern machen wir uns da wenig vor.“

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