„Ich werde nie die Kartoffelpuffer meiner Großmutter vergessen, die sie immer selbst gemacht hat“, sagt Schauspielerin Muriel Baumeister. Auch an die vielen Geschichten, die ihre Oma vom Krieg und vom Leben auf dem Land mit sieben Geschwistern erzählt hat, kann sich die 41-Jährige gut erinnern. „Ich habe zwei ganz tolle Großmütter gehabt, von diesen Erinnerungen zehre ich bis heute. Großeltern geben Kindern Wurzeln. Sie erfahren, wo sie herkommen. Sie geben Erfahrungen weiter, schenken Geborgenheit.“

Enges Verhältnis zur Großmutter

Um das enge Verhältnis zur Großmutter geht es auch im Fernsehfilm „Nicht ohne meinen Enkel“ (Freitag, 20.15 Uhr, ARD). Muriel Baumeister spielt die junge Witwe Silke, die ihrer Schwiegermutter (Thekla Carola Wied) den Umgang mit ihrem Sohn Tobias (Enzo Gaier) verbieten will.

„Es ist wie beim kaukasischen Kreidekreis von Bertolt Brecht“, erklärt Muriel Baumeister. „Beide Frauen zerren an dem Kind, bis schließlich eine loslässt.“

Kinder leiden unter Konflikten

Vor allem die Kinder leiden unter den Konflikten zwischen den Erwachsenen. Die Schauspielerin, die selbst zwei Kinder von zwei Männern hat, ist froh, dass sie sich trotz der Trennungen weiterhin gut mit ihren Ex-Partnern versteht. Respekt ist für sie das Schlüsselwort.

„Es braucht Respekt vor dem Kind, aber auch vor den Gefühlen des anderen“, sagt sie. „Auch die beiden Frauen im Film lieben den kleinen Jungen. Trotzdem eskaliert der Streit.“

Heimspiel für Baumeister

Am Ende gibt die Großmutter nach und schafft es, die verfahrene Situation wieder zu lösen. Gedreht wurde das Drama von Regisseur Florian Froschmeyer im Sommer 2012 in der Steiermark. Für die gebürtige Österreicherin Muriel Baumeister ein Heimspiel. „Es war wunderbar, ich habe es genossen“, schwärmt sie. „Man wird als Schauspieler in Österreich sehr wohlwollend behandelt und umsorgt.

Der Beruf hat dort einen ganz anderen Stellenwert. Die Kehrseite ist, dass die Medien sehr hinter dem Privatleben her sind.“ Mit privaten Dingen hält sich Muriel Baumeister lieber zurück. Ihre jüngere Schwester Peri Baumeister („Russendisko“) arbeitet inzwischen auch erfolgreich als Schauspielerin. Gibt ihr die große Schwester Tipps? „Sie ist beratungsresistent“, sagt Muriel Baumeister und lacht. „Natürlich reden wir über vieles. Aber sie macht ihr Ding, und das ist auch gut so.“