Der neue „Wetten, dass..?“-Moderator Markus Lanz erhält Unterstützung von seinem Vorgänger Thomas Gottschalk. „Markus wird wissen, wie er die Sache anzugehen hat“, sagte der 61-Jährige der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe). „Und falls er es wünscht, gebe ich ihm gerne den einen oder anderen Tipp. Denn ich gönne ihm jeden Erfolg“. Er werde der Sendung immer verbunden bleiben, tue aber niemandem einen Gefallen, „wenn ich fortlaufend meinen Senf dazu gebe“, fügte Gottschalk hinzu.

Das ZDF hatte am Sonntagabend bekannt gegeben, dass Lanz „Wetten, dass..?“ im Herbst übernimmt. Bei der mehr als einjährigen Nachfolgersuche ist der Mainzer Sender somit im eigenen Haus fündig geworden. Der 42-jährige Südtiroler ist seit April 2008 beim ZDF tätig. „Markus Lanz war der Aufsteiger des Jahres 2011“, sagte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut. Der Moderator werde seinen eigenen Stil finden und das Publikum überzeugen.

„Wetten, dass..?“ wird weiterentwickelt

„Ich freue mich jetzt auf die gemeinsame Entwicklungsarbeit in den nächsten Wochen“, fügte Bellut hinzu. Die Sendung soll unter Lanz in ihrem Kern erhalten bleiben, mit Wetten, prominenten Gästen, Talk und Musik. Allerdings soll das Konzept weiterentwickelt und modernisiert werden. Eine Co-Moderation wird es in Zukunft nicht mehr geben. Geplant sind acht anstatt sieben Sendungen pro Jahr.

Zudem könnte Lanz ein Kinder-„Wetten, dass..?“ sowie ein Winterspezial aus einem Skigebiet moderieren. Beides stecke derzeit aber noch in der Konzeptphase, sagte ein Sendersprecher am Montag. In den Jahren zuvor hatte der Sender regelmäßig im Sommer eine Extraausgabe ausgestrahlt.

Lanz moderiert die Sendung laut ZDF erstmals am 6. Oktober. Der Aufgabe, die Sendung fit für die Zukunft zu machen, blickt er nach eigenen Angaben mit einer „Mischung aus Vorfreude und Respekt“ entgegen. „Es ist ja klar, dass dieses Haus renoviert werden muss“, sagte Lanz im „heute-journal“. Allerdings dürften die, die darin wohnten, nicht verschreckt werden: „Ich hoffe, dass uns das gelingt.“

„Wetten, dass..?“ bleibt Eigenproduktion

„Wetten, dass..?“ bleibe eine Eigenproduktion des ZDF, sagte ein Sprecher des Senders auf dapd-Anfrage. Lanz werde mit seiner Produktionsfirma Mhoch2TV, die er mit seinem Geschäftspartner Markus Heidemanns gegründet hat, beratend tätig sein.

Dem Engagement bei „Wetten, dass...?“ fällt die Kochshow von Lanz zum Opfer. Nach ZDF-Angaben wird sie nach dem Sommer eingestellt. Die Talkshow mit dem 42-Jährigen am Dienstag, Mittwoch und Donnerstagabend soll hingegen bestehen bleiben. Gottschalk hatte im Februar 2011 nach dem Unfall eines Kandidaten während einer Sendung seinen Abschied von „Wetten, dass..?“ verkündet.

Das ZDF will aus eigener Kraft eine Modernisierung des drei Jahrzehnte alten Showdampfers „Wetten, dass..?“ schaffen. Mit dem neuen Moderator Markus Lanz (42) soll die Show frischer und moderner werden, dennoch werde es keine Co-Produktion mit privaten Fernsehunternehmen geben. „Die Show ist und bleibt eine Eigenproduktion“, sagte ein Sprecher des öffentlich-rechtlichen Senders am Montag. Die Produktionsfirma Mhoch2, die zur Hälfte Lanz gehört, werde lediglich beratend tätig sein – ähnlich wie früher das Unternehmen Dolce Media von Thomas Gottschalks Bruder Christoph.

Die angekündigte Winter-Ausgabe von „Wetten, dass..?“ aus einem Skigebiet werde voraussichtlich nicht mehr dieses Jahr, sondern erst 2013 gesendet. Lanz soll nach ZDF-Planungen am 6. Oktober seinen Einstand bei dem Show-Dauerbrenner geben. Die „Bild“-Zeitung hatte geschrieben, dass diese Show aus Düsseldorf kommen soll; dies könne er nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren, sagte der ZDF-Sprecher.

Lanz zeigt sich erfreut, äußerte aber auch Respekt vor der Aufgabe. „Das ist eine Herausforderung, auf die ich mich sehr freue! Gleichzeitig begegne ich ihr mit großem Respekt, denn Frank Elstner und Thomas Gottschalk sind zwei meiner großen Fernsehhelden. Die Showidee ist nach wie vor grandios“, wurde er am Montagmorgen in einer ZDF-Pressemitteilung zitiert.

Helmut Thoma, früher als RTL-Geschäftsführer für zahlreiche Fernseh-Innovationen verantwortlich, zeigte sich skeptisch über die Zukunft der Show. Lanz könne das und sei sicher die richtige Lösung, sagte Thoma im dpa-Interview. „Die ganze Frage ist aber, ob diese Sendung überhaupt noch lebensfähig ist (...) Ein Format aus dem Jahr '81 hat sich zweifellos in der neuen Fernsehlandschaft nicht mehr so richtig positioniert. Den großen Vorteil, den die Sendung mal hatte, diese Überraschungseffekte, das alles findet man heute in anderen Sendungen, den Castingshows wie „Das Supertalent“, auch wieder. Im Grunde genommen ist das ziemlich überholt. Diese Form von Sendung kommt noch aus einer anderen Zeit.“