Rechtsstreit

Haftbefehl gegen Gastronom Hans-Peter Wodarz

Weil er einem gerichtlichem Vergleich nicht nachgekommen ist, wurde gegen den Berliner Erlebnis-Gastronom Hans-Peter Wodarz Haftbefehl erlassen - und das einen Tag vor der Eröffnung seines neuen Restaurants.

Foto: Michael Brunner

Eigentlich sollte es am Montagabend eine ausgelassene Party geben. Erlebnis-Gastronom und Palazzo-Chef Hans-Peter Wodarz (63) feierte als Mitgesellschafter die Eröffnung des Restaurants „Berlin Moscow“ gegenüber der Russischen Botschaft und begrüßte Gäste wie den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, Wolfgang Thierse, Nadja Michael und KPM-Chef Jörg Woltmann. Doch eine böse Überraschung bescherte ihm zuvor eine kurze Nacht: „Ich habe nur eine Stunde geschlafen, vor Sorge,“ sagte Wodarz im „Berlin Moscow“.

Gegen ihn ist Haftbefehl erlassen worden. Weil er einem gerichtlichen Vergleich aus dem Jahr 2009 nicht nachgekommen ist. Danach schuldete Hans-Peter Wodarz seinem ehemaligen Geschäftspartner, dem Ulmer Unternehmer Walter Feucht (62), mehr als 100.000 Euro.

Es wurde vereinbart, dass Wodarz 18 Monatsraten à 1000 Euro zahlt und ihm der Rest erlassen wird. Nach zwölf Monaten stellte Wodarz die Zahlung jedoch bereits ein. Daraufhin wurde ihm per Gerichtsvollzieher die Zahlung des ursprünglichen Gesamtbetrags verordnet.

Wodarz ließ aber eine Vollstreckungsabwehrklage einreichen. Laut seinem Anwalt Dieter Stassen (50) habe sich Wodarz nämlich vor Einstellung der Zahlungen beim Bevollmächtigten von Walter Feucht erkundigt, „ob überhaupt noch etwas offen sei, da er zu diesem Zeitpunkt subjektiv der Auffassung war, alles gezahlt zu haben“. Einen Rückruf von Walter Feuchts Anwalt soll es nicht gegeben haben, deshalb soll Hans-Peter Wodarz davon ausgegangen sein, dass er alles beglichen habe.

Von der Haftanordnung, von der die „Bild“-Zeitung am Montag berichtete, soll Wodarz nichts gewusst haben, sagte sein Anwalt. „Wir können nicht sagen, woran es lag. Wir vermuten, dass es damit zusammenhängt, dass Herr Wodarz in dem besagten Zeitraum umgezogen ist und ihn die Haftanordnung deshalb nie zur Kenntnis erlangt hat, weil eine eventuelle Zustellung durch Niederlegung in seinem alten Briefkasten gelandet ist,“ sagte Stassen. Der Haftbefehl gegen Wodarz wurde am Montag vom Amtsgericht Charlottenburg außer Vollzug gesetzt. Auch die Zwangsvollstreckung wurde einstweilen eingestellt. Der Ausgang des Rechtsstreits ist noch offen.

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