Matthäus für Guttenberg

"Nicht nur, weil er so gut aussieht wie ich"

Der neue Look Guttenbergs erinnert frappierend an Lothar Matthäus. Und ausgerechnet der plädiert nun für ein Comeback des Politikers. Viele sind jedoch anderer Meinung.

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Rekordnationalspieler Lothar Matthäus wünscht sich ein politisches Comeback des Politikers Karl-Theodor zu Guttenberg. "Nicht nur, weil er so gut aussieht wie ich", sagte Matthäus der Illustrierten "Bunte". "Sondern weil ich glaube, dass er in der Politik sehr viel bewegt hat in den letzten Jahren."

Mehrere Medien hatten nach dem ersten öffentlichen Auftritt Guttenbergs in Kanada angemerkt, dass Guttenberg aufgrund seiner veränderten Frisur jetzt wie Lothar Matthäus aussehe.

Matthäus, der mit privaten Skandälchen öfter mal für Schlagzeilen sorgt , verzeiht dem 39-jährigen früheren CSU-Politiker auch dessen Plagiatsaffäre: "Und wenn einem Guten gewisse Fehlerchen passiert sind, sollte man das nicht so hochkochen", sagte der Ex-Fußballer.

Fußballfunktionär Rainer Calmund pflichtet Matthäus bei: "Guttenberg ist jung, hat seine Dummheit hinter sich und daraus gelernt. Jeder hat eine zweite Chance verdient", ist Calmund überzeugt. Und für Bestsellerautorin Nele Neuhaus hat sich Guttenberg "halt nur etwas vergaloppiert".

Eine Umfrage unter "Morgenpost Online-"Usern fällt hingegen vernichtend für Guttenberg aus: 81 Prozent von mehr als 22.000 Teilnehmern (Stand: 29. November 2011) sprechen sich dagegen aus, dass Guttenberg wieder eine Rolle in der Politik spielt.

Politiker lehnen Comeback des früheren Verteidigungsministers ab

Viele Politiker lehnen ein schnelles Comeback des früheren Verteidigungsministers ebenso ab. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte kleine Umfrage von "Bunte". Sowohl Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) als auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier zeigten sich überzeugt, dass sich Guttenberg sich mit seiner Interview-Offensive keinen Gefallen getan habe.

Für Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) stellt sich die Frage nach einer Rückkehr Guttenbergs nicht. "Ich habe gehört, dass er sich in den USA sehr wohl fühlt."

Und auch bei der CSU im Bundestag prallt die Aufregung um eine mögliche Rückkehr des einstigen CSU-Hoffnungsträgers auf demonstrative Gelassenheit. Die Personalie habe in den letzten Sitzungen keine Rolle gespielt, sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt am Dienstag in Berlin. "Aber nicht deshalb, weil wir es von uns aus nicht ansprechen wollten, sondern weil keiner Bedarf daran sah."

Hasselfeldt sprach angesichts der Buchveröffentlichung des ehemaligen Verteidigungsministers von einer "durchdachten Marketingstrategie". Ob diese "unterm Strich wirklich so optimal gelaufen ist oder läuft, das ist meines Erachtens durchaus fraglich", sagte sie. In der Bevölkerung sei das, was bisher über das Buch "Vorerst gescheitert" zu lesen gewesen sei, "nicht nur positiv aufgenommen worden", erklärte Hasselfeldt.

"Ich glaube, dass ein Stück Demut jedem Politiker gut tut", wies die ansonsten für ihre Zurückhaltung bekannte Politikerin ihren Parteikollegen Guttenberg deutlich in die Schranken.