Filmpremiere in Berlin

Warum es Bully Herbig die Sprache verschlug

Normalerweise fehlen einem wie ihm nie die Worte. Doch am Mittwochabend hatte es Michael "Bully" Herbig die Sprache verschlagen. Ausgerechnet am Tag der Deutschlandpremiere des Kinofilms "Hotel Lux" in Berlin.

Foto: Getty Images for Constantin Film

Am Tag der Deutschlandpremiere des Kinofilms „Hotel Lux“ im CineStar des Sony Centers am Potsdamer Platz plagte Michael "Bully" Herbig eine Stimmbandentzündung. Die Folge: absolutes Redeverbot. Dabei war er es, auf den die Medienvertreter am Mittwochabend besonders gewartet hatten, spielt er doch in Leander Haußmanns neustem Werk "Hotel Lux" eine der Hauptfiguren: Hans Zeisig, einen Komiker im Berlin der 30er-Jahre, der mit seinen Hitler-Stalin-Parodien Erfolge feiert. Bis er vor den Nazis nach Moskau fliehen muss und im „Hotel Lux“, einem berüchtigten Asyl für Kommunisten aus aller Welt, landet.

Und während er dort wie gewohnt mit Witz brilliert, dem Film seinen Stempel aufdrückt, sprachen am Mittwochabend andere für ihn. Wie es sich unter Kollegen gehört. Thekla Reuten etwa, die auf der Leinwand eine Liaison mit Herbig eingeht. Die Niederländerin beherrscht fünf Sprachen – und übernahm auf dem roten Teppich den Part der persönlichen Dolmetscherin. Er habe Schmerzen, sagte die Schauspielerin, die bereits mit George Clooney in „The American“ zu sehen war. „Aber er freut sich auf den Film.“ Die Zusammenarbeit mit dem Meistermacher deutscher Komödien sei „großartig“ gewesen, erzählte Reuten. Ein Lob, das nicht nur von Regisseur Haußmann geteilt wurde. Jürgen Vogel, der einen Freund des Parodisten verkörpert, schwärmte ebenfalls vom gemeinsamen Dreh. Zur Premiere begleitete ihn seine Freundin Michelle sowie weitere Bekannte. Denn das „sind immer die besten Kritiker“. Wirklich Sorgen um den Erfolg der Tragikomödie wollte sich indes niemand machen. Trotz oder gerade wegen des Umstands, dass sich Herbig darin einmal etwas tiefgründiger, etwas weniger derb präsentiert. Eine „Naturkomik“ bescheinigte ihm Schauspieler Richy Müller, der neben Karoline Herfurth, Sarah Wiener und Peter Lohmeyer, sowie Jan Sosniok mitsamt seiner hochschwangeren Freundin Nadine zu den Premierengästen gehörte.

Michael „Bully“ Herbig derweil stand bei all diesen Huldigungen etwas unglücklich daneben, gestikulierte, schrieb schweigend Autogramme. Oder entfaltete bei besonders hartnäckigen Fragen einen Zettel. „Sorry, Stimme kaputt. ‚Hotel Lux' am 27. Oktober im Kino“ war darauf zu lesen. Damit war im Grunde auch alles gesagt.