Fehler bei Narkose?

Gutachten belastet Ärzte im Todesfall Sexy Cora

Die Busen-OP des Pornostars Carolin Wosnitza (Sexy Cora) endete mit dem Tod. Die Ärzte sollen falsch reagiert haben. Ganz gesund war die 22-Jährige aber auch nicht.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Die Ermittlungen gegen die Ärzte der Hamburger Alsterklinik nach dem Tod des Pornosternchens Carolin Wosnitza alias Sexy Cora laufen noch. Die " Hamburger Morgenpost " berichtet, dass ein Gutachter zu dem Ergebnis gekommen sei, dass die Ärzte bei der Schönheitsoperation im Januar 2011 völlig falsch reagiert hätten und damit schuld am Tod der 22-Jährigen seien.

Dem Bericht zufolge hat der von der Hamburger Staatsanwaltschaft beauftragte Hildesheimer Professor festgestellt, dass schon bei der Narkose schwere Fehler gemacht worden sind. Diese hätten zum Herzstillstand geführt.

Normalerweise hätten die Anästhesistin und der Operateur sofort mit der Herzdruckmassage beginnen müssen, stattdessen sei aber der Defibrilator zum Einsatz gekommen. Ein fataler Fehler. Denn dadurch sei die Herzmassage „mehrfach unnötig unterbrochen“ worden, die Blutversorgung der Organe sei weiter behindert worden, zitiert die " Hamburger Morgenpost " aus dem Gutachten.

Der Sauerstoffmangel habe schließlich dazu geführt, dass Sexy Cora bei ihrer Brustvergrößerung von 70 F auf 70 G ins Koma gefallen sei und zehn Tage später im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf verstarb.

Bei der Obduktion einen Tumor gefunden

Die Ermittler wollten das Ergebnis des Gutachtens nicht kommentieren. „Die Staatsanwaltschaft ist noch nicht zu dem Schluss gekommen, wer eindeutig Schuld trägt“, sagte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers „Morgenpost Online“. Allerdings seien Ergänzungsgutachten in Auftrag gegeben worden, weil noch viele Fragen offen sind. Ob und wann der Prozess gegen die Ärzte stattfinden wird, konnte Möllers deshalb noch nicht sagen.

Mit den offenen Fragen könnte die Staatsanwaltschaft meinen, dass bei der Obduktion der Leiche eine Entdeckung gemacht wurde, die den Hinterbliebenen einen weiteren Schock versetzt haben dürfte: ein Tumor im Gehirn von Carolin Wosnitza. Das Geschwür saß laut "Hamburger Morgenpost" an der Hirnanhangdrüse, es sei jedoch gutartig gewesen und habe nicht zum Tod geführt.

Witwer will vier Millionen wegen Verdienstausfall

Neben den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Pfuschs müssen die Ärzte der Alsterklinik inzwischen auch mit einer hohen Schadensersatzforderung rechnen. So kündigte der Witwer Tim Wosnitza bereits an, dass er vier Millionen Euro haben wolle. Die Begründung: Verdienstausfallsentschädigung. Denn nach Meinung des Pornoproduzenten hätte seine Frau in den kommenden Jahren mit ihren Videos noch viel verdienen können. Außerdem sei Cora ihm unterhaltspflichtig gewesen.

Tatsächlich scheint sich um das Erbe eine Schlammschlacht anzubahnen. Kaum ein halbes Jahr nachdem die 22-Jährige in einem pinken Sarg zu Grabe getragen wurde, verkauft der Witwer in einem Internetauktionshaus persönliche Gegenstände von Sexy Cora : neben knappen Hotpants, Miniröcken und Schuhen kam auch ein „absolutes Einzelstück“ unter den Hammer – für 2990 Euro. Es handelt sich dabei um einen goldenen und signierten Gipsabdruck ihrer Brüste. Ein Echtheits-Zertifikat sowie ein Video, das zeigt, wie der Abdruck Mitte 2010 angefertigt wurde, sollte mitgeliefert werden.

Die jüngere Schwester von Sexy Cora, Anne-Marie, reagierte entsetzt mit einem offenen Brief im Internet : "Meine Schwester hätte einen Mann verdient, der sie zu schätzen gewusst hätte ... Sie hat das alles nur gemacht, weil sie sich geliebt hat und dir was bieten wollte."