Promi-Scheidungskind

Sohn Noah will Boris Becker in den Schatten stellen

Trotz Scheidung der Eltern hat Noah Becker ein enges Verhältnis zu Vater Boris. Doch er will aus dem Schatten des Promi-Papas heraus – als erfolgreicher Modedesigner.

Noah Becker ist von seinem Vater Boris früh auf das Leben als Kind eines Prominenten vorbereitet worden. Er habe ihn schon als kleinen Jungen darauf hingewiesen, dass er immer beobachtet werde. "Als Kinder konnten wir das Haus ja nie ohne Bodyguard verlassen", erzählte der 17-Jährige im Gespräch mit der " Bild"-Zeitung .

In seiner Kindheit habe er jahrelang keine feste Heimat gehabt: „Als Kind lebte ich im Flugzeug“, sagte er. „Ich war, hat Mama mal erzählt, erst drei Wochen alt, als ich zu den Australian Open geflogen bin. Das ging jahrelang so weiter.“ Heute fühle er sich in Deutschland zu Hause – obwohl er in Amerika aufgewachsen ist. „Ich bin in Deutschland geboren, hier ist meine Heimat.“

Es habe aber auch Vorteile, der Sohn von Boris Becker zu sein. "Zum Beispiel, dass ich als 17-Jähriger nun Designer meiner eigenen Modelinie 'Fancy' bin“, sagte er. Für den Start als Designer habe ihm sein Vater Geld geliehen, das er nach dem Verkauf einiger T-Shirts bereits zurückgezahlt habe.

"Ich möchte noch erfolgreicher werden als Papa. Das ist mein Traum", sagt Noah selbstbewusst. "Papa und ich, wir sind beide Kämpfer. Wir duellieren uns eigentlich in allem: Wer kann die meisten Burger essen, wer trifft die meisten Körbe beim Basketball. Das sind die Beckers, wir sind alle sehr ehrgeizig."

Sein erstes selbst entworfenes T-Shirt zeige seinen Vater nach seinem Wimbledon-Sieg mit dem Pokal in der Hand. „Es ist mein Zeichen des Respekts: Ich bin jetzt 17 – er war damals auch 17, als er Wimbledon gewann“, sagte Boris Beckers ältester Sohn.

Einstand bei der Fashion Week

Sein neues Label hatte Noah bei der Berliner Fashion Week vorgestellt. Das Blitzlichtgewitter war groß, die Show eher klein: Drei Models trugen bei der Präsentation seine Kreationen, darunter Shirts und ein schwarzer Bade-Einteiler.

Becker junior verfolgte das Treiben in einer fahrenden U-Bahn neben Freundin Rafaela Remy Sanchez und war hinterher "sehr zufrieden". Beim „ Underground Catwalk “ waren insgesamt 20 Labels und Designer dabei.


Die Trennung seiner Eltern 2001 hatte der damals Sechsjährige zunächst gar nicht realisiert. „Es war halt so, dass es auf einmal nach Miami ging – und Papa plötzlich immer seltener nach Hause kam“, berichtete Becker. Er habe erst mit der Zeit gemerkt, dass da was nicht stimme.

Dennoch sei die Verbindung zu seinem Vater nach wie vor eng. „Ich schreibe ihm täglich über Twitter. Mein Vater meldet sich jeden Tag, wünscht gute Nacht, wenn ich zu Hause bin“, sagte der 17-Jährige.

Aber auch Streit zwischen ihm und Boris Becker gebe es öfter. Sein Vater sei ein Dickkopf. „Aber das habe ich irgendwie geerbt, das erklärt unsere Diskussionen“, räumte Noah Becker ein. "Aber hey, wir sind die Beckers – wir halten echt zusammen, auch wenn es bei uns manchmal alles ein bisschen komplizierter ist."

Von seiner 18 Jahre alten Freundin Rafaela sei sein Vater begeistert. Nachdem er sie seinem Vater vorgestellt hatte, habe dieser zu ihm gesagt: „Junge, das ist ein tolles Mädchen, aber das Beste ist, dass sie keine Ahnung von Tennis hat“, erzählte Becker.