Starregisseur

So beginnt für Roman Polanski die neue Freiheit

Ohne Fußfessel: Der Filmemacher ist nach seinen Hausarrest erstmals öffentlich aufgetreten und hat ein Konzert seiner Frau besucht.

Der aus dem Hausarrest entlassene Regisseur Roman Polanski hat sich erstmals wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Der 76-Jährige erschien am Samstagabend zu einem Konzert seiner Ehefrau Emmanuelle Seigner beim Jazz-Festival im schweizerischen Montreux.

Polanski wurde in Begleitung von Festivalleiter Claude Nobs in einem Geländewagen vor die Konzerthalle gefahren. Aufpasser hielten eine Menge aus Journalisten, Fotografen und Kameraleuten von dem Filmemacher fern. Die französische Schauspielerin und Sängerin Emmanuelle Seigner sagte vor ihrem Auftritt, sie sei „sehr glücklich, dass er da ist, weil er mein Konzert noch nicht gesehen hat“.

Die Schweiz hatte am 12. Juli angekündigt, Polanski nicht an die USA ausliefern zu wollen. Damit wurde der Hausarrest aufgehoben, den Polanski in seinem Chalet im schweizerischen Gstaad verbrachte. Die US-Justiz wirft dem französisch-polnischen Filmemacher vor, 1977 eine 13-Jährige sexuell missbraucht zu haben. Die Schweiz hatte Polanski Ende September aufgrund eines US-Haftbefehls festgenommen. Die USA zeigten sich enttäuscht über die Entscheidung der Schweiz.

Doch auch Deutschland vertritt die Schweizer Linie im Fall Polanski: Der Filmemacher könnte trotz eines internationalen Haftbefehls unbehelligt in die Bundesrepublik einreisen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf das Bundesamt für Justiz (BfJ). Ein BfJ-Sprecher sagte dem Nachrichtenmagazin: „In Deutschland besteht kein Fahndungsaufruf gegen Herrn Polanski.“ Das habe die Bundesregierung „bereits vor längerer Zeit entschieden“. „Bei einer Einreise würde Herr Polanski somit nicht festgenommen“, sagte der Sprecher.

( dpa/AFP/kami )

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