Das Filmmuseum Potsdam zeigt über den Regisseur Roman Polanski ab November eine Sonderausstellung. Nachdem die Ausstellung zunächst wegen der Haushaltssperre in Brandenburg abgesagt worden sei, habe das Kulturministerium die erforderlichen Mittel in Höhe von 45.000 Euro nun doch freigegeben, teilte das Filmmuseum am Dienstag in Potsdam mit. Damit sei die Ausstellung, die bis Mitte August 2011 laufen soll, gesichert. Gezeigt werden Fotos, Dokumente, Drehbücher, Requisiten, Kostüme und Filmausschnitte.

Roman Polanski gehöre zu den einflussreichsten Filmregisseuren der Welt, hieß es. Seine internationale Karriere habe bereits mit dem ersten Kinofilm "Das Messer im Wasser“ (1962) begonnen. In seinen bislang 19 Kinofilmen, darunter "Ekel“ (1964), "Tanz der Vampire“ (1967), "Rosemaries Baby“ (1968) und "Chinatown“ (1974), habe er sich so vielseitig gezeigt wie kaum ein anderer Filmemacher.

Roman Polanski wurde am 18. August 1933 in Paris geboren, 1937 siedelte die Familie nach Polen über. Dort erlebte er als Kind den deutschen Überfall auf Polen und die Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten. Seine schwangere Mutter wurde 1942 im KZ Auschwitz ermordet, er selbst konnte aus dem Krakauer Ghetto fliehen. Nach dem Krieg avancierte Roman Polanski zum Kinderstar im Radio. 1963 verließ es Polen und ging zunächst nach West-Europa.

Zuletzt war Roman Polanski wegen eines mehrere Jahrzehnte zurückliegenden Falles sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen in den USA in den Schlagzeilen: Nach seiner Verhaftung in der Schweiz 2009 kam der Regisseur Mitte Juli nach mehr als neunmonatigem Hausarrest wieder frei.

Im Studio Babelsberg in Potsdam hat Polanski den Angaben zufolge bislang zwei Filme gedreht: 2002 hatte „Der Pianist“ Premiere, in dem der Regisseur erstmals seine Kindheitserfahrungen verarbeitet hat. Der Film wurde mit der Goldenen Palme von Cannes und drei Oscars geehrt. Im Februar 2010 lief "Der Ghostwriter“ in den Kinos an.

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